Gesundheitsversorgung: Besser versorgt, sicher gesund

In ganz Österreich sollen sich Menschen auf eine funktionierende Gesundheitsversorgung verlassen können. Eine hochwertige Gesundheitsversorgung für das Land erfordert innovative Ansätze und intelligente Zusammenarbeit zwischen allen Gesundheitsdienstleistern.

Handlungsoptionen

Sektorenübergreifende Planung und Zusammenarbeit

Durch multifunktionale Raum- und Organisationsstrukturen können mehrere Ärzte und Ärztinnen unterschiedlicher Fachrichtungen sowie andere Gesundheitsdienstleister wohnortnahe Gesundheitsversorgung sicherstellen. Die enge (räumliche) Kooperation verhindert aufwändige Mehrfach-Arztbesuche.

  • Forcierung von Gruppenpraxen, Primärversorgungseinheiten, mobilen Praxen und fachlich ausgewogenen Gesundheitssprengeln
  • angemessene Versorgung von Facharztzentren auf Basis von Gemeindekooperationen
  • flächendeckende Arzneimittelversorgung durch Erhalt der Hausapotheken und größeres Angebot an Filialapotheken
  • Durchgängige Implementierung einer abgestuften Versorgung des Gesundheitswesens
  • Sicherstellung des medizinischen Nachwuchses

Nachbesetzung von Hausarztpraxen

Der ländliche Raum braucht für eine flächendeckende, qualitativ hochwertige medizinische Versorgung eine bedarfsgerechte Nachbesetzung von Hausarztpraxen. Eine Landarztpraxis muss sich aber auch ohne eine Hausapotheke lohnen. Es bedarf der Überarbeitung der Honorarordnung mit dem Ziel eines leistungsgerechten und modernen Honorarsystems für Ärztinnen und Ärzte. Bei Praxisübernahmen und Praxisgründungen sollen Ärztinnen und Ärzte Beratung und Unterstützung erhalten, um die damit verbundenen organisatorischen und administrativen Herausforderungen rasch zu meistern. Gleichzeitig gilt es, bürokratische Auflagen, Genehmigungs- und Berichtspflichten auf ein Minimum zu reduzieren und so einfach wie möglich zu gestalten.

  • bessere Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten zur Vorbereitung für die Übernahme landärztlicher Praxen
  • Weiterentwicklung des Honorierungsmodelles (im speziellen für Landärztinnen und -ärzte)
  • flexiblere Kassenverträge (z. B. teilbare Kassenverträge zur Förderung von Teilzeittätigkeit für Ärztinnen und Ärzte, Kassenverträge für einen Standort mit zeitlicher Mindestverfügbarkeit)
  • Stärkung sprengelübergreifender Zusammenarbeit und Erreichbarkeit von Ärztinnen und Ärzten zur Verbesserung der Work-Life-Balance
  • Hilfestellung bei Gründung oder Übernahme einer Praxis sowie Abbau der Bürokratie
  • Überarbeitung der Honorarordnung mit dem Ziel eines leistungsgerechten und modernen Honorarsystems für Ärztinnen und Ärzte

Ausbau von E-Health und Telemedizin

Weiters bedarf es noch mehr Anstrengungen im Ausbau moderner, effizienter Informationstechnologien und von E-Health, M-Health, ELGA im Nutzbarmachen weiterer innovativer Technologie für das Gesundheitswesen (z. B. Telemedizin, Analyse zur Behandlung von schwierigen Erkrankungsfällen, Robotics). Die „Gesundheitshotline“ – ein telefon- und webbasierendes Erstkontakt- und Beratungsservice startete 2017 in 3 Bundesländern als Pilotprojekt. Diese Beratung soll die ärztliche Betreuung nicht ersetzen, ist aber ein zusätzliches hochqualitatives Service, das rasch österreichweit ausgerollt werden sollte.

  • Ausbau moderner, effizienter Informationstechnologien und von E-Health und Nutzbarmachen weiterer innovativer Technologie für das Gesundheitswesen

Gesundheits-Förderung, Prävention

Durch geeignete Präventionsmaßnahmen können sowohl die Lebensqualität der Menschen gesteigert, als auch die Kosen des Gesundheitssystems langfristig reduziert werden. Dabei ist insbesondere bei den Erfolgsfaktoren Awareness, Akzeptanz und Compliance anzusetzen.

  • zielgruppenspezifische Anpassung von Angeboten zur Gesundheitsförderung durch Vernetzung kommunaler Partnerinnen und Partner der Gesundheitsförderung (Schulen, Ärztinnen und Ärzte, Gesundheitsämter) mit regionalen Sportvereinen
  • Maßnahmen zur Förderung eines gesunden Lebensstils insbesondere bei jungen Menschen (in Kindergärten und Schulen) z.B. im Rahmen von Lehrplanänderungen (gesunde Ernährung, Trainingswissenschaften), Informationskampagnen und Wettbewerben
  • Forcierung von Anreizsystemen bei Krankenversicherungen die bei Einhaltung auch zu einem monetären Anreiz für gesundes Leben führen

 

[12] Österreichische Gemeindestudie 2015, Institut für Strategieanalysen (ISA), im Auftrag des Österreichischen Gemeindebundes, http://strategieanalysen.at/wp-content/uploads/bg/Gemeindestudie%202015%20Praesentation.pdf

[13] Bericht „Vertragsärztinnen und -ärzte in Österreich“ des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger, 2017

[14] Endbericht des Forschungsprojekts „Fördernde und hemmende Motivatoren von niedergelassenen MedizinerInnen in der beruflichen Praxis“ der JKU, 2015

Veröffentlicht am 19.07.2017, Kommunikation und Service (Abteilung Präs. 5)

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