Unterstützung für die Pflege unserer Berge und Almen

Die Bergbäuerinnen und Bergbauern sorgen für gesunde, sichere Lebensmittel. Sie pflegen die alpine Kulturlandschaft und leisten einen wichtigen Beitrag zum Schutz vor Naturgefahren.

Die Be­wirt­schaf­tung der Berge und Almen ist von un­schätz­ba­rem Wert sowie eine Grund­vor­aus­set­zung für Re­gio­na­li­tät und Si­cher­heit. Das neue Pro­gramm un­ter­stützt die Bäue­rin­nen und Bau­ern in die­sen Re­gio­nen. Es för­dert ihren wich­ti­gen Bei­trag für eine flä­chen­de­cken­de, um­welt­ge­rech­te Land­wirt­schaft. Neben der Aus­gleichs­zu­la­ge stärkt auch das Agrar­um­welt­pro­gramm ÖPUL die hei­mi­schen Berg­ge­bie­te –  bei­spiels­wei­se im Be­reich der Be­hir­tung von Alm­tie­ren. Auch die neue In­ves­ti­ti­ons­för­de­rung bringt zu­sätz­li­che Chan­cen. In­ves­ti­tio­nen im Be­reich der Almen und in ex­tre­mer Lage wer­den ge­zielt un­ter­stützt.

Berg­ge­bie­te nach­hal­tig be­wirt­schaf­tet

Knapp zwei Drit­tel der land­wirt­schaft­lich ge­nutz­ten Flä­chen Ös­ter­reichs lie­gen im be­nach­tei­lig­ten Ge­biet. Drei Vier­tel aller hei­mi­schen land- und forst­wirt­schaft­li­chen Be­trie­be ar­bei­ten in die­sem Be­reich. Den weit­aus größ­ten An­teil nimmt dabei das Berg­ge­biet ein, in dem unter be­son­ders er­schwer­ten Be­din­gun­gen ge­ar­bei­tet wird: stei­le Flä­chen, un­güns­ti­ges Klima und oft ab­ge­schie­de­ne Lagen.

Die Almen be­de­cken mit ihren Wei­den und an­de­ren Flä­chen rund 20 Pro­zent der österreichischen Ge­samt­ka­tas­ter­flä­che. Sie sind von gro­ßer raum­wirt­schaft­li­cher, öko­no­mi­scher und öko­lo­gi­scher Be­deu­tung. Milch­vieh- und Rin­der­hal­tung stel­len in die­sen Ge­bie­ten die mit Ab­stand wich­tigs­ten Pro­duk­ti­ons­be­rei­che dar. Der al­pi­nen Tier­hal­tung wird aus die­sem Grund be­son­de­re Auf­merk­sam­keit zu­teil. Da ihre Pro­duk­ti­ons­kos­ten deut­lich höher sind, steht den Hal­te­rin­nen und Hal­tern von Rau­fut­ter ver­zeh­ren­den Tie­ren eine um­fang­rei­che­re För­de­rung zu.

Die Ar­beit der be­trof­fe­nen Be­trie­be schafft wert­vol­le In­fra­struk­tur für zu­künf­ti­ge Ge­ne­ra­tio­nen und trägt maß­geb­lich zum Er­folg des ös­ter­rei­chi­schen Frem­den­ver­kehrs- und Frei­zeit­sek­tors bei. Die Milch­pro­duk­ti­on ver­la­gert sich allerdings zu­neh­mend in die von der Natur be­güns­tig­ten Re­gio­nen des Berg­ge­bie­tes.

Aus­gleichs­zu­la­ge schafft faire Chan­cen

Durch die Aus­gleichs­zu­la­ge für Berg- und be­nach­tei­lig­te Ge­bie­te kann die Land­wirt­schaft auch in die­sen Re­gio­nen fort­ge­führt wer­den. Kein Land der Eu­ro­päi­schen Union för­dert die Berg­bäue­rin­nen und Berg­bau­ern so punkt­ge­nau nach der Er­schwer­nis wie Ös­ter­reich.

Mit einem erhöhten Fördersatz für die ersten 10 Hektar kön­nen klei­ne­re Be­trie­be be­son­ders be­rück­sich­tigt wer­den. Um die etwas knap­per be­mes­se­nen fi­nan­zi­el­len Mit­tel best­mög­lich ein­zu­set­zen, wurde bei der Aus­prä­gung der Maß­nah­men nach­ge­schärft. Die Zah­lung wird an­hand der in­di­vi­du­el­len Er­schwer­nis­se des Be­trie­bes exakt be­mes­sen. Auf diese Weise kön­nen die Kos­ten- und Er­trags­un­ter­schie­de ge­gen­über den Be­trie­ben in Gunst­la­gen punkt­ge­nau ab­ge­fe­dert wer­den.

Er­schwer­nis jetzt ein­fach und exakt be­wer­tet

Im be­nach­tei­lig­ten Ge­biet muss eine land­wirt­schaft­lich ge­nutz­te Flä­che von min­des­tens zwei Hekt­ar ganz­jäh­rig be­wirt­schaf­tet wer­den. Ver­schie­de­ne Stu­fen der Er­schwer­nis konn­ten bis­her nur nach den Berg­hö­fe­ka­tas­ter­punk­ten un­ter­schie­den wer­den.

Ab 2015 wird auch für Be­trie­be der ehemaligen BHK-Gruppe 0 eine be­triebs­in­di­vi­du­el­le Be­wer­tung mit Er­schwer­nis­punk­ten durch­ge­führt. Diese erhielten zuvor einen gleich hohen Basisbetrag je Hektar. Dies ge­schieht re­la­tiv ein­fach und unter Zu­hil­fe­nah­me des Erschwernispunktesystems. Für diese Ein­stu­fung wer­den Hang­nei­gung, Zahl der Trenn­stü­cke, See­hö­he sowie kli­ma­ti­sche Be­din­gun­gen der Betriebe her­an­ge­zo­gen.

Be­trie­be, die nach die­ser Be­wer­tung we­ni­ger als fünf Er­schwer­nis­punk­te oder eine Bo­denk­li­ma­zahl von mehr als 45 Punk­ten haben, erhalten in der laufenden Pe­ri­ode einen einheitlichen Hektarsatz von 25 €. Von der Bodenklimazahl-Regelung sind nur Betriebe mit mindestens 20 Hangneigungspunkten ausgenommen. Bei den ver­blei­ben­den Be­trie­ben der ehemaligen BHK-Gruppe 0 wird die Höhe der Aus­gleichs­zu­la­ge – so wie bis­her bei den Berg­bau­ern­be­trie­ben –exakt nach der An­zahl der Er­schwer­nis­punk­te be­rech­net.

Mit den da­durch frei wer­den­den Mit­teln kön­nen die Be­trie­be mit dem höchs­ten Aus­gleichs­be­darf – in den Erschwerniskategorien 3 und 4 – stär­ker als bis­her be­rück­sich­tigt wer­den. Die schluss­end­lich fest­ge­leg­ten Prä­mi­en dür­fen den be­rech­ne­ten Be­darf nicht über­schrei­ten. Die Eu­ro­päi­sche Kom­mis­si­on legt auf eine wis­sen­schaft­lich be­grün­de­te Be­rech­nung die­ses Aus­gleichs­be­dar­fes be­son­de­ren Wert.

Aus­gleichs­er­for­der­nis genau be­rech­net

Für Ös­ter­reich wurde damit der re­nom­mier­te Agrar­öko­nom Leo­pold Kir­ner be­auf­tragt. Seine Kal­ku­la­tio­nen wur­den an der Uni­ver­si­tät für Bo­den­kul­tur nach­ge­rech­net und zer­ti­fi­ziert. Die Kom­mis­si­on stellt damit si­cher, dass die Aus­gleichs­er­for­der­nis­se wis­sen­schaft­lich be­grün­det sind. Die Aus­gleichs­zu­la­ge ist und bleibt für die Ein­kom­mens­bil­dung der Berg­bäue­rin­nen und Berg­bau­ern von gro­ßer Be­deu­tung.

 

Veröffentlicht am 27.06.2019, Kommunikation und Service (Abteilung Präs. 5)