COVID 19: Einreisebestimmungen für Saisonarbeitskräfte in der Land- und Forstwirtschaft

Aufgrund der weitreichenden Maßnahmen zur Verhinderung der Verbreitung von COVID-19 und der Einschränkung des Personenverkehrs kommt es derzeit in vielen Bereichen des täglichen Lebens zu Engpässen von geschulten Arbeitskräften. Dies gilt auch für die Landwirtschaft. Verschärft wird die Situation durch die zunehmenden Erntearbeiten.

Die aktuelle Corona-Krise macht die Stellung der Landwirtschaft als versorgungskritischen Bereich mehr als deutlich. Die Sicherstellung der Lebensmittelversorgung der österreichischen Bevölkerung ist ein vorrangiges Ziel der gesamten Bundesregierung. Um für die bäuerlichen Betrieben die bestmöglichen Bedingungen zur Aufrechterhaltung ihrer essentiellen Bewirtschaftungstätigkeiten zu schaffen, wurden eine Reihe an Maßnahmen gesetzt:

Mit der www.dielebensmittelhelfer.at wurde eine Initiative ins Leben gerufen, die den wesentlichen Bedarf an Saisonarbeitskräften mit der Unterstützung von Personen, die derzeit in Kurzarbeit oder Arbeitslos sind, abdecken soll.

Tages- und Wochenpendler aus Nachbarstaaten dürfen nach wie vor einreisen.

Die Maximalbeschäftigungsdauer kann für Saisonarbeitskraft von neun Monaten auf zwölf Monate ausgedehnt werden.

Ein unbegrenzter Zuverdienst neben der Kurzarbeit ist ermöglicht worden.

Ferner gibt es eine automatische Verlängerung der Visa für Saisonarbeitskräfte.

Dies hat zu einer massiven Entlastung der Situation geführt. Allerdings kann der Bedarf in einigen Bereichen nicht zur Gänze mit österreichischen Arbeitskräften gedeckt werden. Insbesondere fehlen erfahrene Schlüsselarbeitskräfte, wie zum Beispiel „Partieführer“ oder Personen, die Erntehelfer anlernen.

Neuerungen mit 1. Mai 2020

Bisher war die Einreise für land- und forstwirtschaftliche Arbeitskräfte aus Nicht-Nachbarstaaten sowie Drittstaaten ohne ärztlichem Attest (=negativer Covid-Test) auf dem Landweg nicht möglich.

Gemeinsam mit den beteiligten Bundesministerien konnten deshalb folgende Lösungen erreicht werden:

  • Saisonarbeitskräften im Wirtschaftszweig Land- und Forstwirtschaft ist es erlaubt, nach Österreich auf dem Schienenweg oder mit dem Bus einzureisen, sofern der Zug ohne weitere planmäßige Haltestellen vom Ausgangsbahnhof zum inländischen Endbahnhof geführt wird oder der Bus direkt vom Ausgangspunkt zum Endpunkt ohne weiteren planmäßigen Halt fährt.
  • Diese Personen sind nach der Einreise nach Österreich verpflichtet, unverzüglich eine 14-tägige Quarantäne anzutreten und dies mit einer eigenhändigen Unterschrift zu bestätigen.
  • Wenn ein währenddessen durchgeführter molekularbiologischer Test auf SARS-CoV-2 negativ ist, kann die 14-tägige Quarantäne beendet werden.

Weiterhin besteht die Möglichkeit der „Arbeitsquarantäne“. Unter Einhaltung strenger Hygienebestimmungen und Auflagen ist es möglich, dass Erntehelfer unmittelbar nach ihrer Ankunft am Betrieb die Arbeit aufnehmen können.

Auch die Einreise aus bestimmten Staaten auf dem Luftweg ist für Saisonarbeitskräfte in der Land- und Forstwirtschaft möglich.

Sofern es von ukrainischer Seite ermöglicht wird, dürfen Saisonarbeitskräfte aus der Ukraine einreisen. Ebenso ist die Einreise von Saisonarbeitskräften aus dem Kosovo möglich. Aufgrund von Reisebeschränkungen am Westbalkan gibt es allerdings noch bürokratische Hürden, an deren Lösung intensiv gearbeitet wird.

Einreise aus Nachbarstaaten als Berufspendler

Land- und forstwirtschaftlichen Arbeitskräfte aus den Nachbarstaaten können unter den geltenden Bestimmungen weiterhin als Berufspendlerinnen und -pendler einreisen. Der Nachweis eines negativen Tests auf SARS-CoV-2 ist nicht nötig.

Veröffentlicht am 30.09.2020, Landwirtschaft und Ländliche Entwicklung (Sektion II)