Lebensmittelproduktion und -verkauf

Landwirtschaftliche Betriebe sind als Lebensmittelproduzenten und  Anbieter von Produkten und Dienstleistungen – etwa Direktvermarkter, Heurigen oder „Urlaub am Bauernhof“-Betriebe – unmittelbar von den Auswirkungen von COVID-19 betroffen. Hier finden Sie Antworten auf zentrale Fragen zur Lebensmittelproduktion und -vermarktung sowie zum Thema Ernährungssicherheit.

Stand: 07.Mai 2020, 11:30 Uhr. Die Informationen werden laufend ergänzt.

Welche Unternehmen gelten im Zusammenhang mit der Lebensmittelproduktion als systemrelevant?

Alle Unternehmen und Betriebe entlang der Lebensmittelkette (Lebensmittelproduktion sowie alle vorgelagerten und nachgelagerten Bereiche) sind zur Aufrechterhaltung der Grundbedürfnisse des öffentlichen Lebens erforderlich und gelten daher als systemrelevante Unternehmen. Dazu gehören beispielsweise folgende Tätigkeiten:

  • Produktion und Verkauf von Lebensmitteln (Urproduktion und Be- und Verarbeitung) und Betriebsmitteln (Futtermittel, Düngemittel, Pflanzenschutzmittel, Saat- und Pflanzgut, udgl.);
  • Lagerung, Transport und Logistik von Lebensmitteln und Agrarprodukten (LKW, PKW, Bahn, Flug, udgl.);
  • Analyse und Überprüfung der Sicherheit von Lebensmitteln, Betriebsmitteln und Verpackungsmaterial;
  • Tierkörperverwertung;
  • Schädlingsbekämpfung.

Detaillierte Informationen zum Thema systemrelevante Betriebe und Unternehmen finden Sie hier.

Eine Bestätigung für Schlüsselarbeitskräfte in systemrelevanten Unternehmen und Betrieben kann von diesen nach den Vorgaben des SKKM-Koordinationsstabes ausgestellt werden. Entsprechende Musterformulare finden sich hier.

Welche Hygienebestimmungen gelten im Obst- und Gemüsebereich?

Zur Vermeidung des Infektionsrisikos von Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollte in möglichst kleinen und über einen längeren Zeitraum konstanten Partien gearbeitet werden. Durch eine entsprechende Strukturierung der Arbeitsabläufe und -zeiten sind Kontakte so gut wie möglich zu reduzieren. Die Vorgabe des Mindestabstands von einem Meter ist einzuhalten. Sofern die Einhaltung des Mindestabstands aus arbeitstechnischen Gründen nicht möglich ist, ist das Tragen eines Mund- und Nasenschutzes unabdingbar.

Grundsätzlich gilt die Einschätzung der individuellen Situation des Geschehens durch die zuständige Gesundheitsbehörde. Detaillierte Informationen finden Sie hier.

Welche Öffnungsregelungen gelten für den Ab-Hof-Verkauf, Bauernläden und Bauernmärkte?

Direktvermarkter, Bauernläden und der Ab-Hof Verkauf sind als Versorgungseinrichtungen definiert. Die strengen Hygienevorschriften sind einzuhalten. Bauernmärkte dürfen in ihrer Funktion als Lebensmittelversorger abgehalten werden. Verhaltensregeln für den Besuch und Betrieb von Bauern- und Wochenmärkten finden Sie hier.

Gilt die Verpflichtung zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes beim Einkauf auch für Direktvermarkter?

Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes gilt für alle Supermärkte und Drogerien und Drogeriemärkte über 400m2. Die Direktvermarktung ist derzeit nicht erfasst. Die allgemeinen Vorschriften betreffend die Hygiene bei der Herstellung und dem Umgang mit Lebensmitteln (z. B. Lebensmittelkodex) sind einzuhalten. Weitere Informationen finden Sie hier.

Welche Regelungen gelten für Heurigen und Buschenschänke?

Für Heurigen und Buschenschänke gelten dieselben Regeln, wie für die Gastronomie.

Welche Regelungen gelten für „Urlaub am Bauernhof“-Betriebe?

„Urlaub am Bauernhof“-Betriebe müssen sich an die geltenden Regeln für den Tourismus halten. Nähere Informationen: www.bmlrt.gv.at/tourismus/corona-tourismus

Wie sieht der generelle Notfallplan des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus (BMLRT) für die Landwirtschaft im Zusammenhang mit der Lebensmittelversorgung aus?

Das BMLRT hat für verschiedenste Krisenfälle im Rahmen des Lebensmittelbewirtschaftungsgesetzes die Möglichkeit, Maßnahmen zu erlassen. Diese können im zwingend erforderlichen Fall auch zu einer Rationierung der Lebensmittelabgabe führen. Die Wahl der zu treffenden Maßnahmen hängt von der konkreten Situation ab. Dazu werden die aktuellen Entwicklungen laufend analysiert, um im Bedarfsfall das entsprechende Instrumentarium in Kraft setzen zu können.

Was würde das BMLRT veranlassen, wenn es zu einer Lebensmittelknappheit kommen sollte?

Mittels einer Verordnung könnte das BMLRT Lenkungsmaßnahmen zur Erhaltung der Ernährungssouveränität erlassen. Das Ziel solcher Maßnahmen wäre die Sicherung bzw. Wiederherstellung einer ausreichenden Versorgung der österreichischen Bevölkerung mit Lebensmitteln und somit eine ungestörte Erzeugung und Verteilung von Lebensmitteln.

Veröffentlicht am 07.05.2020, Kommunikation und Service (Abteilung Präs. 5)

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