Lebensmittelproduktion und Verkauf land- und forstwirtschaftlicher Produkte

Land- und forstwirtschaftliche Betriebe sind als Lebensmittelproduzenten und Anbieter von Produkten und Dienstleistungen – etwa Direktvermarkter, Heurigen oder „Urlaub am Bauernhof“-Betriebe – unmittelbar von den Einschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus betroffen. Hier finden Sie Antworten auf zentrale Fragen zur Lebensmittelproduktion und -vermarktung sowie zum Thema Ernährungssicherheit.

Stand: 20. November 2020. Die Informationen werden laufend ergänzt.

Welche Unternehmen gelten im Zusammenhang mit der Lebensmittelproduktion als systemrelevant?

Alle Unternehmen und Betriebe entlang der Lebensmittelkette (Lebensmittelproduktion sowie alle vorgelagerten und nachgelagerten Bereiche) sind zur Aufrechterhaltung der Grundbedürfnisse des öffentlichen Lebens erforderlich und gelten daher als systemrelevante Unternehmen. Dazu gehören beispielsweise folgende Tätigkeiten:

  • Produktion und Verkauf von Lebensmitteln (Urproduktion und Be- und Verarbeitung) und Betriebsmitteln (Futtermittel, Düngemittel, Pflanzenschutzmittel, Saat- und Pflanzgut, udgl.);
  • Lagerung, Transport und Logistik von Lebensmitteln und Agrarprodukten (LKW, PKW, Bahn, Flug, udgl.);
  • Analyse und Überprüfung der Sicherheit von Lebensmitteln, Betriebsmitteln und Verpackungsmaterial;
  • Tierkörperverwertung;
  • Schädlingsbekämpfung.

Detaillierte Informationen zum Thema systemrelevante Betriebe und Unternehmen finden Sie hier.

Inwiefern ist die bäuerliche Direktvermarktung von den aktuellen Regelungen betroffen und was gilt es zu beachten?

Verkaufsflächen zur bäuerlichen Direktvermarktung wie der Ab-Hof-Verkauf, Bauernläden, Selbstbedienungseinrichtungen und Märkte sind vom aktuellen Betretungsverbot ausgenommen. Als bäuerliche Direktvermarktung gilt der Verkauf von

  • land- und forstwirtschaftlichen Urprodukten,
  • land- und forstwirtschaftlichen Ver- und Bearbeitungsprodukten,  
  • einschließlich Sekt

durch den land- und forstwirtschaftlichen Hersteller.

Zu den Produkten, die im Rahmen der Direktvermarktung verkauft werden dürfen, gehören neben Lebensmitteln etwa auch Christbäume, Zweige von Nadelbäumen und Adventkränze, die im Rahmen der land- und forstwirtschaftlichen Be- und Verarbeitung angefertigt werden.

Wie ist ein „Markt im Freien“ definiert? Bauernmärkte sind laut COVID-19-Notmaßnahmenverordnung erlaubt, Gelegenheitsmärkte (wie Weihnachtsmärkte) aber untersagt – wie sieht hier die Abgrenzung aus?

Märkte und Bauernmärkte sind in ihrer Funktion für die Lebensmittelversorgung und unter Einhaltung der Abstands-, Hygiene- und Öffnungszeitenregeln erlaubt. Eine wesentliche Unterscheidung zu den nicht erlaubten Weihnachtsmärkten (Gelegenheitsmärkten) ist, dass Märkte und Bauernmärkte zu festen Terminen und nicht anlassbezogen (z.B. Kirchweihfest, Advent, Ostern) stattfinden.  Weiterführende Informationen finden Sie hier: www.wko.at

Welche Öffnungszeiten- und Hygieneregelungen gelten für die Direktvermarktung?

Direktvermarkter, Bauernläden und der Ab-Hof Verkauf sind als Versorgungseinrichtungen definiert und können von 06:00 - 19:00 offenhalten. Für 24-Stunden-Selbstbedienungsläden und Lebensmittelautomaten gilt die Beschränkung der Öffnungszeiten nicht.

Auch Bauernmärkte dürfen in ihrer Funktion als Lebensmittelversorger abgehalten werden. Die strengen Hygienevorschriften sind wie die allgemeinen Vorschriften betreffend die Hygiene bei der Herstellung und dem Umgang mit Lebensmitteln (z.B.: Lebensmittelkodex) einzuhalten. Weitere Informationen finden Sie hier.

Grundsätzlich ist zu allen Personen, die nicht im eigenen Haushalt leben, ein Meter Abstand zu halten. In geschlossenen Räumen ist ein Meter Abstand zu halten und (von Verkäufern und Kunden) ein eng anliegender Mund-Nasen-Schutz zu tragen.

Wie sieht es mit dem Verkauf von Adventkränzen und Christbäumen aus?

Adventkränze und Christbäume sind land- und forstwirtschaftliche Produkte. Ihr Verkauf ist im Rahmen der oben beschriebenen Bestimmungen für die bäuerliche Direktvermarktung zulässig. Für Kunden gilt die Ausgangsbeschränkung für den Erwerb von Adventkränzen und Christbäumen nicht.

Welche Bestimmungen gelten für Gartenbaubetriebe? Welche Produkte dürfen von diesen verkauft werden?

Im Gegensatz zur (gewerblichen) Gärtnerei und Floristik ist der Gartenbau vom aktuellen Betretungsverbot ausgenommen. Der Christbaumverkauf und der Verkauf von Zweigen ist im Rahmen des Gartenbaubetriebs und unter Einhaltung der Hygiene- und Öffnungszeitenregelungen zulässig.

Reine Handelsbetriebe mit Kundenkontakt (z.B.: Blumenhändler) sind vom Betretungsverbot betroffen. Telefonische Bestellungen und Lieferungen sind möglich. Nähere Informationen dazu finden Sie hier: www.wko.at

Welche Regelungen gelten für Heurigen und Buschenschankbetriebe?

Für Heurigen und Buschenschankbetriebe gelten dieselben Regeln, wie für die Gastronomie. Aktuelle Informationen finden Sie hier.

Welche Regelungen gelten für „Urlaub am Bauernhof“-Betriebe?

„Urlaub am Bauernhof“-Betriebe müssen sich an die geltenden Regeln für den Tourismus halten. Nähere Informationen: www.bmlrt.gv.at/tourismus/corona-tourismus

Welche Hygienebestimmungen gelten im Obst- und Gemüsebereich?

Zur Vermeidung des Infektionsrisikos von Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollte in möglichst kleinen und über einen längeren Zeitraum konstanten Partien gearbeitet werden. Durch eine entsprechende Strukturierung der Arbeitsabläufe und -zeiten sind Kontakte so gut wie möglich zu reduzieren. Die Vorgabe des Mindestabstands von einem Meter ist einzuhalten. Sofern die Einhaltung des Mindestabstands aus arbeitstechnischen Gründen nicht möglich ist, ist das Tragen eines Mund- und Nasenschutzes unabdingbar.

Grundsätzlich gilt die Einschätzung der individuellen Situation des Geschehens durch die zuständige Gesundheitsbehörde. Detaillierte Informationen finden Sie hier.

Wie sieht der generelle Notfallplan des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus (BMLRT) für die Landwirtschaft im Zusammenhang mit der Lebensmittelversorgung aus?

Es gibt keinen Grund, die Lebensmittelversorgung infrage zu stellen. Das BMLRT hat aber für verschiedenste Krisenfälle im Rahmen des Lebensmittelbewirtschaftungsgesetzes die Möglichkeit, im Ernstfall Maßnahmen zu erlassen. Die Wahl der zu treffenden Maßnahmen hängt von der konkreten Situation ab. Dazu werden die aktuellen Entwicklungen laufend analysiert, um im Bedarfsfall das entsprechende Instrumentarium in Kraft setzen zu können.

 

Veröffentlicht am 19.11.2020, Kommunikation und Service (Abteilung Präs. 5)