Allgemeine Informationen für die Land- und Forstwirtschaft

Die Land- und Forstwirtschaft ist wie alle anderen Wirtschaftszweige stark von der Problematik rund um das Coronavirus (COVID-19) betroffen. Gleichzeitig nimmt die Landwirtschaft bei der Sicherstellung der Lebensmittelversorgung eine Schlüsselrolle ein. Wichtig ist, dass Einzelpersonen und Betriebe den Anordnungen der Behörden unbedingt Folge leisten und sich informiert halten.

Stand: 8. April 2020, 15:00 Uhr. Die Informationen werden laufend ergänzt.

Die Maßnahmen der Bundesregierung zielen hauptsächlich darauf ab, die Ausbreitungsgeschwindigkeit des Virus zu verlangsamen, damit das Gesundheitssystem möglichst gut mit den steigenden Infektionszahlen umgehen kann. Die aktuell verordneten und empfohlenen Maßnahmen finden Sie hier und hier.

Deshalb sind die für die Bevölkerung geltenden Vorschriften selbstverständlich auch für jede landwirtschaftliche Betriebsführerin und jeden landwirtschaftlichen Betriebsführer maßgebend.

Grundsätzlich ist festzuhalten, dass eine Übertragung des Coronavirus durch Menschen auf Tiere nach bisherigem Kenntnisstand nicht möglich ist. Derzeit gibt es auch keinerlei Hinweise darauf, dass das Coronavirus durch Lebensmittel übertragen werden kann.

Das Virus kann allerdings durch den Menschen auf Oberflächen übertragen und dort nachgewiesen werden. Deshalb sind möglicherweise betroffenen Landwirtinnen und Landwirten erhöhte Hygienemaßnahmen zu empfehlen. Dies unterstreichen auch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) sowie die Österreichische Agentur für Ernährungssicherheit (AGES): „von landwirtschaftlichen Produkten bzw. Nutztieren geht per se keine Gefahr aus. Die allgemein gültigen Hygienebestimmungen sind einzuhalten“.

Festzuhalten ist zudem, dass aus derzeitiger Sicht kein Anlass besteht, die ausreichende Versorgung der österreichischen Bevölkerung mit Lebensmitteln in Frage zu stellen.

Wichtige Klarstellungen / Aktuelles

Die Ausgangsbeschränkungen und das Verbot von Versammlungen von mehr als 5 Personen gelten nicht für landwirtschaftliche Betriebe, da sie zur kritischen, systemerhaltenden Infrastruktur zählen. Das bedeutet, landwirtschaftliche Betriebe können ihrer Tätigkeit möglichst uneingeschränkt nachgehen. So ist Feldarbeit nach wie vor möglich. Diese Regelung stellt keinen „Freifahrtschein“ dar! Landwirtschaftliche Betriebe sollten sich auf unbedingt notwendige Arbeiten zur Sicherung der Lebensmittelproduktion beschränken. Vor allem Arbeiten mit erhöhtem Unfallrisiko, wie zum Beispiel nicht zwingend erforderliche Forsttätigkeiten, sind zu unterlassen.

Da im Zusammenhang mit den in Österreich festgelegten Covid-19-Maßnahmen vermehrt Fragen aufgetreten sind, welche Unternehmen im Bereich der Lebensmittelproduktion als zur Aufrechterhaltung der Grundbedürfnisse des öffentlichen Lebens erforderlich und damit als systemrelevante Unternehmen gelten, kann festgehalten werden, dass dies alle Unternehmen und Betriebe entlang der Lebensmittelkette (Lebensmittelproduktion sowie alle vorgelagerten und nachgelagerten Bereiche) sind. Detaillierte Informationen zu diesem Thema finden Sie hier.

Auf der Plattform www.dielebensmittelhelfer.at können sich Betriebe entlang der gesamten Wertschöpfungskette - von der Ernte über die Verarbeitung bis hin zur Logistik und Lagerhaltung - melden, die aufgrund der derzeitigen Situation Bedarf an Arbeitskräften haben. Die Plattform verfolgt das Ziel, Angebot und Nachfrage auf direktem Wege zusammen zu bringen.

Auf unseren Übersichtsseiten "Infektionsverdacht oder Krankheitsfall am Betrieb", "Betriebs- und Angestelltenführung", "Lebensmittelproduktion und -verkauf" sowie "Finanzielles und Entschädigungen" finden Sie eine Zusammenstellung der wichtigsten Fragen und Antworten zu diesen Themengebieten.  

Weiterführende Informationen

Telefonnummern

Infoline Coronavirus der AGES: 0800 555 621

Infoline bei konkreten Verdachtsfällen: 1450

Links

Infoseite der AGES zu COVID-19

Infoseite des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz enthält häufig gestellte Fragen betreffend Reisen und zur Situation in Österreich sowie die wichtigsten Maßnahmen zum persönlichen Schutz.

Auskunft in betrieblichen Fragen bei konkreten Krankheitsfällen können die Landwirtschaftskammern geben:

Auf der Plattform www.dielebensmittelhelfer.at können Betriebe Bedarf an Arbeitskräften anmelden.

Beantragungen einer Soforthilfe aus dem Härtefallfonds können online bei der Agrarmarkt Austria eingereicht werden.

Stundungen oder Ratenzahlungen des Sozialversicherungsbeitrags können bei der SVS beantragt werden.

Informationen zur Abhaltung von Tier- und Schlachttierversteigerungen finden sich auf der Website der Zentralen Arbeitsgemeinschaft Rinderzucht (ZAR).

Infoseite des Bundesministeriums für europäische und internationale Angelegenheiten enthält aktuelle Reiseinformationen und Reisewarnungen zu einzelnen Ländern.

Veröffentlicht am 08.04.2020, Kommunikation und Service (Abteilung Präs. 5)

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