Internationale Grüne Woche 2020 in Berlin

Berlin ist im Jänner 2020 zum 85. Mal ein Hotspot für Nahrungsmittelproduzenten und die Agrarpolitik aus aller Welt. Auf der Internationalen Grünen Woche finden neben einer umfangreichen Ausstellung Veranstaltungen und ein breiter Austausch zu landwirtschaftsrelevanten Themen statt. Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger besuchte die Messe, die zu den führenden landwirtschaftlichen Veranstaltungen Europas gehört.

Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) sorgt für eine langfristige Absicherung der Ernährungssicherheit und zählt zu den ältesten und bedeutsamsten Politikfeldern der Europäischen Union. So werden täglich 500 Millionen Europäerinnen und Europäer mit sicheren und gesunden Lebensmitteln versorgt. Der Mehrwert der GAP lässt sich insbesondere in den Berg- und benachteiligten Gebieten mit der Aufrechterhaltung einer multifunktionalen und flächendeckenden Landwirtschaft ableiten.

Die Gemeinsame Agrarpolitik mit ihren mehrjährigen Programmen und Maßnahmen sichert zudem einen angemessenen Lebensstandard und Planungssicherheit für die europäischen Landwirtinnen und Landwirte, bei einer gleichzeitigen Modernisierung und Weiterentwicklung der Agrarwirtschaft. Darüber hinaus trägt sie zu einer Stabilisierung der agrarischen Märkte bei.

Auch die zukünftige GAP verfolgt in ihrer grundsätzlichen Ausrichtung bewährte Ziele, wie Versorgungssicherheit, die Förderung eines wettbewerbsfähigen Agrarsektors und die Ernährungssicherheit sowie die Stärkung des Umwelt- und Klimaschutzes und des sozioökonomischen Gefüges im ländlichen Raum. Auf neue Herausforderungen reagierend wird sich die reformierte Politik zugleich auf einen noch stärkeren Schutz der Umwelt und des Klimas stützen.

Eingebettet in diese politischen Meilensteine treffen Akteurinnen und Akteure der Agrarpolitik aus aller Welt auf der diesjährigen Internationalen Grünen Woche zusammen, um sich über wichtige Entwicklungen in der Agrarpolitik auszutauschen.

Bei ihrem Messerundgang betonte Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger ihre Anliegen zur GAP und skizzierte den österreichischen Weg, der sich an „Qualität statt Quantität“ orientiert. „Die angekündigten Kürzungen der EU-Kommission in der Ländlichen Entwicklung sind für uns untragbar. Sie gehen zu Lasten des Tierwohls, der Klima- und Umweltschutzstandards und vor allem auf Kosten unserer bäuerlichen Familienbetriebe. Beim Klimaschutz sind unsere Bäuerinnen und Bauern Musterschüler. Sie dürfen nicht durch Kürzungen bestraft, sondern müssen gefördert werden. Nur so können wir unsere Klimaziele erreichen.“ Eine quantitative Herangehensweise in der landwirtschaftlichen Produktion sieht sie als Irrweg: „Man kann überall billiger, schneller und mit geringeren Umweltstandards produzieren als in Österreich. Aber das ist nicht der richtige Weg.“ Ministerin Köstinger verspricht, der Industrialisierung in der Landwirtschaft sowie den Agrarfabriken den Kampf anzusagen. „Wir geben unsere kleinstrukturierte Landwirtschaft nicht auf, sondern werden uns mit aller Kraft für sie einsetzen. Dafür werde ich in Europa die Speerspitze sein. Für uns ist klar: Unser österreichisches Modell soll Vorbild für ganz Europa sein.“

In Österreich kommt der ländlichen Entwicklung eine besondere Bedeutung zu. Dies zeigt sich auch in der nationalen Mittelzuteilung von zwei Drittel des EU-Agrarbudgets für die zweite Säule der GAP. Einschließlich des nationalen Beitrags als Ergänzung der EU-Mittel ist das österreichische Programm das drittgrößte für ländliche Entwicklung in der Europäischen Union und gilt innerhalb der EU-Mitgliedstaaten als Best-Practice Beispiel.

Veröffentlicht am 17.01.2020, EU-Koordination Landwirtschaft und regionale Entwicklung (Abteilung II/9)

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