Fischerei als wichtiger Politikbereich in der Europäischen Union

Die Generaldirektion Maritime Angelegenheiten und Fischerei in der Europäischen Kommission wirkt als Triebfeder einer nachhaltigen europäischen Fischereipolitik.

Das Mittelmeer, die Ost- und Nordsee, der Atlantik und das Schwarze Meer sind für viele Europäerinnen und Europäer Lebens- und Arbeitsgrundlage: sei es durch den Fischfang, durch den Tourismus in Küstenregionen oder durch Nutzung der Öl- und Gasvorkommen.

Die Generaldirektion Maritime Angelegenheiten und Fischerei in der Europäischen Kommission ist mit dem Schutz der europäischen Meere und Ozeane betraut. Durch die effektive Umsetzung der integrierten Meerespolitik (IMP) und der Gemeinsamen Fischereipolitik der EU (GFP) in Zusammenarbeit mit lokalen, regionalen, nationalen und internationalen Partnern soll eine langfristig nachhaltige Entwicklung der maritimen Wirtschaft der EU bei gleichzeitigem Schutz der natürlichen Ökosysteme sichergestellt werden. Die Bedürfnisse der heutigen Fischwirtschaft müssen erfüllt werden, ohne die Fischbestände für künftige Generationen zu gefährden. Auch sollen Europas Küstengemeinden als attraktive Wohn- und Arbeitsorte erhalten bleiben.

Gemeinsame Fischereipolitik als zentrales Element

Mittels der Gemeinsamen Fischereipolitik (GFP) wird die Fischerei zum Nutzen der Fischer und der Verbraucher geregelt. Die Maßnahmen der EU betreffen dabei im Wesentlichen folgende Bereiche: Bestandserhaltung und deren Kontrollen, Strukturmaßnahmen sowie das Funktionieren der Märkte. Im Rahmen der Hauptelemente der Gemeinsamen Fischereipolitik nimmt die gemeinsame Marktorganisation für Erzeugnisse der Fischerei und der Aquakultur eine bedeutende Rolle ein.

Zusammenarbeit über die Grenzen Europas hinaus

Im Rahmen der internationalen Beziehungen im Bereich der Fischerei ist die Europäische Kommission ermächtigt, gegenüber Drittländern oder internationalen Organisationen in Fischereifragen internationale Verpflichtungen einzugehen: es werden im Namen der Union Fischereiabkommen mit Drittländern ausgehandelt und die Europäische Kommission wirkt in zahlreichen regionalen Fischereiorganisationen (RFO) mit. Somit wird sichergestellt, dass weltweit die Gewässer innerhalb eines regulierten, transparenten und nachhaltigen Rechtsrahmens bewirtschaftet und nicht überfischt werden.

Gleichzeitig gewährleisten die Abkommen den EU-Fischern Zugang zu weit entfernten Fanggebieten und tragen dadurch zu einer sicheren Versorgung des EU-Marktes mit Fisch bei. Zum Ausgleich dafür erhalten diese Nicht-EU-Länder, die oft auch Entwicklungsländer sind, Finanzmittel für ihre Fischereiwirtschaft und den Aufbau ihrer Fischbestände.

Die Aquakultur als Fischlieferant

Die Aquakultur ist heute ein bedeutsamer Faktor, der stetig steigenden Nachfrage in der EU nach Fisch und Meeresfrüchten entgegenzukommen. Ein Viertel der in der EU erzeugten Fische und Meeresfrüchte stammt aus Fischzuchten oder anderen Formen der Aquakultur. Muscheln, Regenbogenforellen und Atlantischer Lachs sind bezogen auf die Tonnage die wichtigsten Zuchtarten, gefolgt von Austern, Seebrassen, Karpfen, Venusmuscheln und Meerbarsch.

Von der Fischerei- zur Meerespolitik

Schon immer wurden in die EU-Fischereipolitik Umweltaspekte einbezogen. Daraus entwickelte sich eine weiter gefasste Meerespolitik, die sich mit allen Nutzungsformen unserer Gewässer befasst. Übergeordnetes Ziel ist eine wirtschaftliche Weiterentwicklung bei gleichzeitiger umweltpolitischer Nachhaltigkeit, um so zur Strategie Europa 2020 beizutragen. Die integrierte Meerespolitik umfasst die Bereiche Seeverkehr, Wettbewerbsfähigkeit der maritimen Wirtschaft, Beschäftigung, Forschung, Fischerei und Schutz der Meeresumwelt.

Veröffentlicht am 01.08.2019