Cluster Digitalisierung

Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus setzt wesentliche Schritte zur Digitalisierung in der Landwirtschaft. Mit der Clusterförderung „Digitalisierung in der Landwirtschaft“ hat das BMLRT im Rahmen des Österreichischen Programms für ländliche Entwicklung 2014 – 2020 einen neuen Schwerpunkt gesetzt, um die Potenziale der Digitalisierung in der Landwirtschaft optimal zu nutzen und die Akzeptanz neuer Technologien zu erhöhen.

Die Digitalisierung leistet einen wichtigen Beitrag, nachhaltiger zu produzieren, ländliche Räume attraktiv zu erhalten, die Tiergesundheit und das Tierwohl zu verbessern und Emissionen zu vermeiden. Zudem führt der Einsatz neuer Technologien zu Arbeitserleichterungen und Arbeitszeiteinsparungen.

Durch die Bündelung des Wissens der wichtigsten Akteure im Bereich der Digitalisierung in der Landwirtschaft (u.a. Forschungseinrichtungen, Interessenvertretung, Bildungseinrichtungen, Landtechnik- und Stallbaufirmen, etc.) wird eine Vielzahl der Handlungsempfehlungen der Plattform „Digitalisierung in der Landwirtschaft“ aufgegriffen und mit der konkreten Umsetzung begonnen.

Mit insgesamt 1,9 Mio. EUR an EU-, Bundes- und Ländermitteln sollen beginnend mit Jänner 2020 in den nächsten 3 Jahren folgende Themenbereiche bearbeitet werden:

Aufbau und Vermittlung digitaler Kompetenzen durch die Einrichtung von Innovation Farms

Zusätzlich zur landwirtschaftlichen Fachexpertise gewinnt der kompetente und sichere Umgang mit digitalen Technologien und Medien zunehmend an Bedeutung und wird auch für die Landwirtschaft eine Schlüsselqualifikation.

Auf Musterbauernhöfen, sogenannten Innovation Farms, werden ausgewählte neue digitale Technologien, Trends und Entwicklungen der Innen- und Außenwirtschaft erprobt und sichtbar, greifbar und vor allem anwendbar gemacht. Durch die Verknüpfung mit der Aus- und Weiterbildung sowie der Beratungsarbeit werden Kompetenzen für den Einsatz verschiedener Technologien für alle Altersgruppen aufgebaut und das Wissen rasch in die Praxis gebracht.

Beratung & Betriebsführung

Unter dem Titel „Vereinfachung der Beratung und Betriebsführung“ werden durch die Einbeziehung neuer Technologien das Beratungsangebot sowie die Möglichkeiten in der Betriebsführung weiterentwickelt. Die Verwendung von Geoinformationen, die Verfügbarkeit und Maschinenlesbarkeit der gesetzlichen und förderrechtlichen Regelungen sollen die Grundvoraussetzung für eine betriebsindividuellere Beratung sowie betriebliche Entscheidungen bilden.

Rechtliche Rahmenbedingungen im Datenmanagement

Bei der Nutzung digitaler Maschinen, Geräte, Programme und anderer Tools werden sehr viele Daten generiert. Auf den Musterbauernhöfen werden die Datenflüsse analysiert und durch rechtswissenschaftliche Expertise die verbundenen Rechte für landwirtschaftlicher Betriebe v.a. in Hinblick auf die Datenhoheit und das Dateneigentum untersucht. Damit soll mehr Klarheit und Sicherheit für die landwirtschaftlichen Betriebe geschaffen werden.

Konzept und Kriterien zur Bewertung von Umweltauswirkungen bei der Anwendung von digitalen Technologien

Der Einsatz von neuen digitalen Technologien wird landwirtschaftliche Prozesse verändern und zu einem nachhaltigeren Einsatz von Betriebsmitteln führen. In einem eigenen Projekt werden die ökologischen Vorteile und Risiken beleuchtet und ein „Konzept und Kriterien zur Bewertung von Umweltauswirkungen bei der Anwendung von digitalen Technologien“ erarbeitet. Ziel ist es ein Konzept zu erstellen, anhand dessen die Umweltauswirkungen neuer Technologien am Feld, im Stall und für den gesamten landwirtschaftlichen Betrieb beurteilt werden können.

Die Umweltwirkungen, die durch die Anwendung technischer Innovationen entstehen, sollen dadurch qualitativ und quantitativ bewertet werden.

Mit dem Start der Projektumsetzungen im Cluster „Digitalisierung in der Landwirtschaft“ werden aktiv Chancen aufgegriffen um für die Zukunft entlang der gesamten landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette, effizienter und besser zu werden, um den Einsatz digitaler Technologien bestmöglich für unsere Landwirtinnen und Landwirte voranbringen zu können.

Veröffentlicht am 12.02.2020, Landwirtschaft und Ländliche Entwicklung (Sektion II)