Forschungsprojekt soll dem Drahtwurm nachhaltig den Garaus machen

FBM Elisabeth Köstinger mit Vertretern der Interessensgemeinschaft Erdäpfelbau
Foto: BMLRT / Christian Lendl

Mit dem Projekt „Drahtwurm-Control“ werden neue Strategien zur effizienten Bekämpfung des Erdäpfel- und Mais-Schädlings entwickelt. Wissenschaft und Praxis arbeiten dabei eng zusammen. Zwei Millionen Euro stehen zur Verfügung.

Mit unseren umfangreichen Ressortforschungsaktivitäten werden laufend Antworten auf drängende Fragestellungen geliefert.  In den vergangenen Jahren ist der Drahtwurm zu einem immer größeren Problem für die heimische Landwirtschaft geworden. Fast ein Viertel aller in Österreich geernteten Speise-Erdäpfel musste im Jahr 2018 aussortiert werden, weil die Knollen massiv durch die gefräßigen Larven geschädigt waren. Der Schaden für die heimische Landwirtschaft betrug mehr als 20 Millionen Euro. Da die Inlandsversorgung nicht gewährleistet war, mussten Erdäpfel ab den Frühjahr 2019 importiert werden.

Ein umfassendes, mehrjähriges Forschungsprojekt soll derartige Situationen künftig verhindern. Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus (BMLRT) investiert dafür gemeinsam mit den Bundesländern zwei Millionen Euro. „Wir wollen unsere Landwirtschaft zukunftsfit und dem Drahtwurm nachhaltig den Garaus machen“, betont Bundesministerin Elisabeth Köstinger.

Damit die Forschungsergebnisse möglichst schnell in die Praxis umgesetzt werden können, wurde das Projekt gemeinsam mit Bäuerinnen und Bauern entwickelt, die auch in die Versuchsarbeit eingebunden sind. Die Interessensgemeinschaft Erdäpfelbau erwartet brauchbare Werkzeuge für die Bekämpfung des Drahtwurms, um das betriebliche Risiko eines Ernteverlustes zu minimieren. Geleitet wird das Projekt von der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES).

Kombination an Methoden steht im Mittelpunkt der Forschung

Mit dem Projekt „Drahtwurm-Control“ sollen möglichst viele Maßnahmen erforscht werden, die zur Bekämpfung des Schädlings beitragen. Bisherige Erfahrungen zeigen, dass einzelne chemische oder biologische Mittel und Methoden nur eingeschränkte Wirkung zeigen. Daher stehen Kombinationsmöglichkeiten und praxistaugliche Lösungen im Zentrum der Forschungsarbeit. Der Fokus liegt dabei auf Nachhaltigkeit, Ressourcen- und Umweltschonung sowie Effizienz. Ein zentrales Anliegen ist es, die Versorgung der österreichischen Bevölkerung mit qualitativ hochwertigen Lebensmitteln zu garantieren.

Drahtwürmer, die Larven verschiedener Schnellkäferarten, verursachen bereits seit Jahrzehnten Schäden in der Landwirtschaft. In den letzten Jahren sind die Ernteausfälle durch die gefräßigen Larven auf den heimischen Ackerflächen jedoch massiv angestiegen, vor allem bei Erdäpfeln, aber auch beim Mais. Vor allem die Trockenheit erhöht den Schaddruck. Derzeit ist die Bekämpfung des Drahtwurms in nahezu allen Ackerbaukulturen nur eingeschränkt erfolgreich oder möglich.

Bei bisherigen Forschungsprojekten wurden jeweils nur einzelne Maßnahmen untersucht. Mit „Drahtwurm-Control“ sollen über längere Versuchszeiträume die Wirkungsweise verschiedener Bekämpfungsmethoden und mögliche Kombinationsmethoden erforscht werden.

Eine umweltschonende, aber auch konkurrenzfähige Landwirtschaft benötigt praxistaugliche und wirksame Strategien zur Schädlingsregulierung.  Im Projekt „Drahtwurm-Control“ werden bestehende und neue Maßnahmen gegen Drahtwürmer innerhalb üblicher Fruchtfolgen in Mais und Kartoffeln auf ihre Wirksamkeit untersucht. Drahtwürmer sind widerstandsfähig und können mechanische Belastungen sowie ungünstige Witterung oder Nahrungsengpässe über lange Zeiträume ertragen. Ziel ist es daher, die Regulierungsmaßnahmen gegen den Schädling punktgenau während seiner empfindlichsten Entwicklungsphasen zu setzen. In Zusammenarbeit mit Landwirtinnen und Landwirten werden im Projekt daher mehrjährige Regulationsstrategien entwickelt. Die Anwendbarkeit in der Praxis sowie ökonomischer Nutzen und die Wirksamkeit der einzelnen Maßnahmen stehen dabei im Vordergrund.

Die AGES arbeitet bei dem Projekt mit zahlreichen Partnern aus Wissenschaft, Landwirtschaft und Wissenschaft zusammen, unter anderen die Universität Innsbruck, das  Institut für Meteorologie und Klimatologie der BOKU, die Landwirtschaftskammern Niederösterreich und Oberösterreich, die Bio Forschung Austria und die Interessensgemeinschaft Erdäpfelbau.

Das Projekt „Drahtwurm-Control“ wurde mit Jänner 2021 gestartet und läuft bis Ende 2025.