Waldbrandjahr 2019 - Jahresbericht über Waldbrände in Europa, dem Nahen Osten und Nordafrika

Im Waldbrand-Blog der Universität für Bodenkultur wurde im Jänner 2020 der Jahresrückblick auf das nationale Waldbrandjahr 2019 veröffentlicht. Ende Oktober wurde auch die 20. Ausgabe des Jahresberichts über Waldbrände in Europa, dem Nahen Osten und Nordafrika vom Joint Research Center (JRC) der Europäischen Kommission publiziert.

Im Jahr 2019 verbrannten über 400.000 Hektar (ha) des europäischen Naturraums und eine Rekordzahl von Naturschutzgebieten war von Waldbränden betroffen. Den Ergebnissen des Berichts zufolge wirkt sich der Klimawandel weiterhin auf die Dauer und Intensität der Brandgefahr in Europa aus. Dank verbesserter Vorbereitung und effizienterer Bewältigung war 2019 jedoch ein Vorzeigejahr, was die Verhütung von menschlichen Schäden betrifft.

Die Berichte über Waldbrände in Europa, im Nahen Osten und in Nordafrika sind eine einzigartige Informationsquelle für Brandmanager und politische Entscheidungsträger in Europa und den Nachbarländern. Sie liefern offizielle Statistiken über die Auswirkungen von Waldbränden, die jährlich von den Brandschutzbehörden in diesen Ländern gemeldet werden.

Die wichtigsten Ergebnisse des Berichts

  • Aus den nationalen Berichten der Länder geht hervor, dass Spanien, Portugal und Polen im Jahr 2019 die höchste Anzahl von Bränden in den EU-Ländern verzeichneten;
  • Rumänien (73.444 ha verbrannte Fläche) war laut dem European Forest Fires Information System (EFFIS) das Land mit dem größten Schaden an seinen Schutzgebieten im Jahr 2019;
  • Waldbrände haben die europäischen "Natura 2000"-Schutzgebiete stark in Mitleidenschaft gezogen: Mit 159.585 ha verbrannter Fläche im Jahr 2019 befand sich fast die Hälfte der gesamten verbrannten Fläche in der EU innerhalb dieser Schlüsselzonen der biologischen Vielfalt;
  • In den Ländern, die in den Bericht 2019 aufgenommen wurden, gab es nur drei Todesopfer aufgrund von Waldbränden.

Auch Vertreterinnen und Vertreter der Europäischen Kommission drücken den Mitgliedern der EGFF ihren Dank für die ausgezeichnete Arbeit bei der Erstellung des vorliegenden Berichts aus.

European Forest Fire Information System EFFIS

Das Joint Research Center leistet mit der Entwicklung und dem Betrieb des European Forest Fire Information System EFFIS einen wichtigen Beitrag zur Verringerung des Risikos von Waldbränden in Europa und weltweit. EFFIS unterstützt die Mitgliedsländer bei der Überwachung von meteorologischen Parametern und Umweltbedingungen, die zu Waldbränden führen können. Das GIS-implementiere System prognostiziert die Brandgefahr bis zu 10 Tage im Voraus und überwacht aktive Brände durch Satellitenbilder.

Beitrag aus Österreich

Die Voraussetzung für akkurate Waldbrandanalysen und Bewertungen ist eine vollständige Erfassung aller bisherigen Brände. Österreich meldet jährlich die Zahlen der Waldbranddatenbank, welche von der Universität für Bodenkultur betrieben wird, an die Europäische Kommission. In Zukunft ist die Einrichtung eines Ereigniskatastermoduls zur automatisierten Erfassung von Waldbrandereignissen geplant, das die Datenakquise für die BOKU-Datenbank unterstützt.

Veröffentlicht am 02.11.2020, Wildbach- und Lawinenverbauung und Schutzwaldpolitik (Abteilung III/4)

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