Kick-Off der französischen EUSALP Präsidentschaft 2020

Die EU Makroregionale Strategie für den Alpenraum (EUSALP) stellt die Weichen für nachhaltige, wirtschaftliche, mobile und erfolgreiche Regionen in und um die Alpen. Jedes Jahr übernimmt ein Land oder eine Region die Präsidentschaft. Anfang Februar präsentierte Frankreich seine Prioritäten und Aktivitäten für den Vorsitz 2020 in Lyon.

Österreich und die EUSALP

Die Alpen sind von klimatischen und gesellschaftlichen Veränderungen besonders betroffen. Die Durchschnittstemperatur ist bereits 2°C höher als in vorindustriellen Zeiten, jährlich besuchen 120 Millionen Touristinnen und Touristen das EUSALP Gebiet und die Bergregionen beherbergen eine sehr hohe Biodiversität mit über 30.000 Tier- und 13.000 Pflanzenarten.

Die Institutionen der sieben Staaten und 48 Regionen der EUSALP beschäftigen sich mit den verschiedenen Fragestellungen und Herausforderungen der Alpenregion in neun thematischen Arbeitsgruppen. Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus (BMLRT) vertritt Österreich in dem EUSALP Entscheidungsorgan und zudem hat die Abteilung für Wildbach- und Lawinenverbauung und Schutzwaldpolitik gemeinsam mit Bayern den Co-Vorsitz der Arbeitsgruppe 8 zu Risiko Governance, Naturgefahren und Klimawandelanpassung inne.

Französische Präsidentschaft 2020

Die französische Präsidentschaft 2020 wird vom Ministerium für territorialen Zusammenhalt und Kohäsion gemeinsam mit den Regionen Auvergne-Rhône-Alpes, Provence-Côte d’Azur und Bourgogne-Franche-Comté ausgeführt. Inhaltlich konzentriert sich das Programm unter dem Motto „Gemeinsam für einen grüneren Alpenraum“ auf sieben Bereiche:

  • Bewahrung der Biodiversität und die Prävention von Naturgefahren
  • Beschleunigung der Energiewende im Alpenraum
  • Entwicklung von nachhaltiger Mobilität und nachhaltigem Transport
  • Entwicklung von nachhaltigem Tourismus zu allen Jahreszeiten
  • Förderung von lokalen Produkten und kurzen Lieferketten
  • Einbindung von jungen Menschen und deren Teilnahme an der nachhaltigen Entwicklung der Alpen
  • Verbesserung von Governance-Prozessen

Beim Kick-Off Event bekräftigten die Landeshauptleute der drei französischen Alpenregionen die Bedeutung von alpenweiter Kooperation, die Notwendigkeit die einzigartige Bergwelt samt ihrer Kultur zu bewahren und die Bevölkerung in Entscheidungen einzubinden. Ministerin Jacqueline Gourault meinte, es braucht alle Kräfte um die Alpen als Herz, Rückgrat und Wasserturm Europas nachhaltig zu entwickeln. Anschließend wurde in Podiumsdiskussionen unter anderem besprochen, wie nachhaltiger Tourismus, Forstwirtschaft und die Einbindung von Jugend gestaltet werden können.

Die Vertreter des BMLRT schätzten die regen Diskussionen zu den geplanten Aktivitäten und Projekten. Es wurde unter anderem beschlossen, die EUSALP in der nächsten EU Förderperiode 2021-27 berücksichtigen zu wollen, die bestehenden Strukturen, Akteure und Prozesse zu stärken und den Austausch zwischen Stakeholder zu fördern. Die Mitglieder der Arbeitsgruppen bearbeiten zudem in den nächsten Jahren verstärkt themenübergreifende Bereiche wie z.B. Klimaschutz und –anpassung, Smart Villages und Raumplanung.

Weitere Informationen können auf http://www.alpine-region.eu/ abgerufen werden.

Veröffentlicht am 07.02.2020, Wildbach- und Lawinenverbauung und Schutzwaldpolitik (Abteilung III/4)