Das Erneuerbaren Ausbau Gesetz (EAG) - eine Chance für die Land- und Forstwirtschaft

Die Land- und Forstwirtschaft ist Betroffene des Klimawandels, aber auch Teil der Lösung. Die nachhaltige Waldbewirtschaftung in Österreich ist ein Schlüssel für die Produktion von Biomasse. Fast 48 % des österreichischen Staatsgebietes sind mit Wald bedeckt. In den letzten 10 Jahren ist der Waldanteil durchschnittlich um 3.400 Hektar pro Jahr gewachsen, das entspricht einem jährlichen Zuwachs von 4.762 Fußballfeldern.

Das Erneuerbaren Ausbau Gesetz (EAG), das am 17. März im Ministerrat beschlossen wurde, schafft die Grundlage für den Ausbau der erneuerbaren Energien in Österreich. Neben der Sonnen-, Wind- und Wasserenergie wird vor allem die Biomasse eine wesentliche Rolle spielen. Die Land- und Forstwirtschaft mit ihrer nachwachsende Ressource Holz wird einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz und zur Energiewende leisten!

Diese Potentiale der Land- und Forstwirtschaft können mit den Rahmenbedingungen im EAG gut genutzt werden:

  • Stärkung der Biomasse und Biogasanlagen
  • Erneuerbare Energiegemeinschaften bringen neue Möglichkeiten für die Regionen – land- und forstwirtschaftliche Betriebe können daran teilnehmen.
  • Für Saisonbetriebe, die zum Beispiel eine elektrifizierte Feldberegnung haben, gilt außerhalb der Saison auch eine 80-prozentige Befreiung der Ökostrompauschale.

Was heißt dies konkret für den Bereich Biomasse?

  • Bestandsicherung für Biomasseanlagen mit klarer Nachfolgeregelung bis ins 30. Bestandsjahr für alle Anlagen.
  • Es wurden Ausnahmen vom 60 Prozent Brennstoffnutzungsgrad verankert. Damit können Biomasse Anlagen durch die Verwendung von Schadholz bzw. der Einhaltung technischer Kriterien weitergeführt werden.
  • Nahwärmeanlagen können zusätzlich zur bestehenden UFI jetzt auch Förderung über das Wärme-Kälte-Leitungsausbaugesetz zum Ausbau des Leitungsnetzes erhalten.

Was bedeutet dies für Biogas? 

  • Nachfolgeförderung Marktprämie für Bestandsanlagen bis ins 30. Bestandsjahr, wenn die Anlage weiter als 10 Kilometer vom Gasnetz entfernt ist.
  • Anlagen, die sich innerhalb von 10 Kilometern zum Gasnetz befinden, sollen das „Grüne Gas“ in Zukunft ins Gasnetz einspeisen. Kleine Anlagen innerhalb dieser Grenze können auch bis zum 30. Bestandsjahr weiter verstromen.
  • Für die Umrüstung von Verstromung auf Gaseinspeisung stehen 20 Millionen Euro pro Jahr als Investitionsförderung bereit. Für Neuanlagen wurde eine Investitionsförderung von 30 Millionen Euro jährlich vorgesehen. Die Netzanschlusskosten ans Gasnetz werden bis zu 10 Kilometern übernommen.
  • Für Anlagen, die künftig ins Gasnetz einspeisen, gibt es noch mindestens 24 Monate eine Marktprämie für die Verstromung als Bestandssicherung.

Das EAG bringt auch Erleichterungen für den Tourismus!

Neben den Ausbauplänen regelt das EAG auch die Finanzierung des Ökostroms über die sogenannte Ökostrompauschalen zum Teil neu. Für viele Tourismusbetriebe bedeutet dies gute Nachrichten:

  • Viele Saisonbetriebe (Almen, Seilbahnen, Hotels), gerade im Tourismus stehen oft lange Zeit still.
  • Bisher haben sie trotzdem eine Pauschale für den Ökostrom in dieser Zeit leisten müssen. Das wird sich mit dem EAG ändern.
  • Für die Monate, in denen Saisonbetriebe geschlossen haben, sollen sie von 80 Prozent der Ökostrompauschale befreit werden.
  • Im Detail zahlen Saisonbetriebe auf der Netzebene 5 und 6 (Hotels, Skilifte, etc.), die mindestens 3 Monate im Jahr geschlossen haben, für diese Zeit nur 20 Prozent der Ökostrompauschale.
  • Diese Ermäßigung macht auf der Netzebene 5 pro Monat der Betriebsunterbrechung 894 Euro und auf Netzebene 6 monatlich 55 Euro aus. In Zukunft könnte die Entlastung sogar noch größer sein.
  • Viele Betriebe werden dadurch spürbar und vor allem nachhaltig entlastet.
Veröffentlicht am 17.03.2021, Waldpolitik, Waldökonomie und Waldinformation (Abteilung III/1)