Belastungen des Waldes

Witterungsbedingte Katastrophen und Schädlingsmassenvermehrungen führen immer wieder zu durchaus großen wirtschaftlichen Schäden und Beeinträchtigungen der Waldfunktionen

Klimawandel hat Auswirkungen

Ex­per­tin­nen und Experten er­war­ten, dass diese ne­ga­ti­ven Fak­to­ren durch den Kli­ma­wan­del wei­ter ver­schärft wer­den, in ers­ter Linie ver­ur­sacht durch Bor­ken­kä­fer und Stür­me. Die Über­wa­chung des Wald­zu­stan­des er­folgt ins­be­son­de­re durch Er­he­bun­gen des Bun­des­for­schungs­zen­trums für Wald (BFW). Pro­ble­me gibt es vor allem in Folge von Sturm­schä­den und dort, wo meh­re­re Schwä­chungs­fak­to­ren zu­sam­men­wir­ken.

Be­son­ders schwer­wie­gend sind Schä­den im Schutz­wald. Wind­wür­fe, Bor­ken­kä­fer, Über­al­te­rung durch ge­rin­ge Nut­zung und un­ge­nü­gen­de Ver­jün­gung in Folge von Wild­ver­biss und Wald­wei­de sowie Luft­ver­un­rei­ni­gun­gen er­schwe­ren in die­sen sen­si­blen Wald­re­gio­nen oft­mals die Be­mü­hun­gen um sta­bi­le Wald­be­stän­de.

Schä­den durch Bor­ken­kä­fer

Die Schä­den durch Bor­ken­kä­fer nah­men bereits aufgrund der Trockenen Jahre 2014 und 2015 stark zu. Die ak­tu­el­len Schad­holz­zah­len aus der Holz­ein­schlags­mel­dung zei­gen auch für 2018 und 2019 einen An­stieg. Be­son­ders be­trof­fen sind Nie­der- und Ober­ös­ter­reich. 2019 sind ös­ter­reich­weit auf­grund von Bor­ken­kä­fer rund 4,7 Mil­lio­nen Fest­me­ter Schad­holz an­ge­fal­len, davon al­lei­ne 2,2 Mil­lio­nen in Nie­der­ös­ter­reich.

Die Wald­ei­gen­tü­me­rinnen und Waldeigentümer sind lau­fend auf­ge­ru­fen, be­son­de­res Au­gen­merk auf Bor­ken­kä­fer­be­fall zu legen und mög­lichst früh­zei­tig not­wen­di­ge Be­kämp­fungs­maß­nah­men zu set­zen. Die Forst­diens­te der Län­der und die Beraterinnen und Berater der Land­wirt­schafts­kam­mern bie­ten schwer­punkt­mä­ßig ge­ziel­te Konsultationen an. Für Vor­beu­gungs­maß­nah­men, wie das Legen von Fang­bäu­men und Häck­seln von Schlag­rück­lass ste­hen För­de­run­gen zur Ver­fü­gung. Informationen dazu finden sich auf der Website des BFW

  • Windwurf und –bruch, Schneebruch, Eisanhang und Raureif: rund 3,8 Mio. Vfm;

Neben den Pro­ble­men mit der Ver­meh­rung der Bor­ken­kä­fer be­rich­ten die Ex­per­ten für Wald­schutz des BFW von teil­wei­se noch un­ge­klär­ten Schä­den an Lär­che und Berg­ahorn sowie von einer wei­te­ren Aus­brei­tung des Erlensterbens, Eschen­triebst­er­bens und des Schwarzkieferntriebsterbens, sowie

  • Schäden an Eiche: Eichennetzwanze, Schwammspinner, Eichenprozessionsspinner, in Parks und parkähnliche Wälder in und um Wien, auch mehr in Wäldern (oft übersehen). Eichenmehltau, stark, auffällig, Acute oak decline, Wurzelfäule durch den Spindeligen Rübling.
  • Nadelbräune der Kiefer oder Braunfleckenkrankheit  Lecanosticta acicola: Aktuelle Befallsgebiete in Moore und Schutzwald.
  • Knospenschäden an Tanne: An Nordmannstannen (Christbäumen) und an jungen Weißtannen.
  • Tannenknospenmotte –Argyresthia illuminatella: (syn. Blastotere sergiella), Junger Maitrieb, von Knospe abwärts miniert und später äußerer Teil braun verfärbt.
  • Tannenknospenwickler – Epinotia nigricana: Ein/Ausbohrloch an Knospenbasis bzw. seitlich an Knospe, Knospen mehr oder weniger ganz ausgehöhlt, wenig Kot oft viele Knospen betroffen.
  • Fichtentriebzünsler, Fichtenzapfenzünsler – Dioryctria abietella: Ein und Ausbohrloch meist knapp unterhalb Knospenbasis, Knospen teilweise ausgehöhlt, Kot vorhanden.
  • Schmetterlingsraupen: Pinienprozessionsspinner. Goldafter, starker Befall bis Kahlfraß, (Kirsche), West-Autobahn im Raum St. Pölten, entlang B10 bei Schwechat. Nonne in Salzburg.
  • Pflanzenläuse: Lärchennadelknickläuse, regional sehr stark, z.B. Niederösterreich (Dunkelsteinerwald und Waldviertel) und Oberösterreich. Tannentrieblaus, Versuch in Loibichl, Salzburg (ÖBf). Eschenläuse, Wollläuse an Blumenesche in Perchtoldsdorf , NÖ.

Schä­den durch Wild - Wild­ein­fluss­mo­ni­to­ring (WEM)

Das fach­lich vom Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus (BMLRT) be­glei­te­te WEM lie­fert be­reits seit dem Jahr 2004 ös­ter­reich­weit sta­tis­tisch ab­ge­si­cher­te Daten über den Wild­ein­fluss auf die Wald­ver­jün­gung. Die­ses Mo­ni­to­ring­sys­tem wurde vom BFW in enger Ab­stim­mung mit den Lan­des­forst­diens­ten und im Kon­sens mit der Jä­ger­schaft ent­wi­ckelt.

Das WEM be­ruht auf einer mo­der­nen, wis­sen­schaft­lich an­er­kann­ten Me­tho­de, die lau­fend eva­lu­iert wird. Mit der ab 2016 lau­fen­den neuen Auf­nah­me­pe­ri­ode wer­den ent­spre­chen­de Ad­ap­tie­run­gen vor­ge­nom­men, um die Aus­sa­ge­kraft noch wei­ter zu ver­bes­sern. Bei der Be­wer­tung der Er­geb­nis­se geht es nicht in ers­ter Linie um Ab­so­lut­wer­te, son­dern um die Dar­stel­lung von Ent­wick­lungs­trends auf Be­zirks­ebe­ne.

Veröffentlicht am 05.03.2021, Waldschutz, Waldentwicklung und forstliche Förderung (Abteilung III/3)