Neue Wege, neue Chancen durch Green Care WALD

Eine Studie bewies, dass der Wald gut für das Wohlbefinden und die Gesundheit der Menschen ist. Green Care WALD ist eine Chance für interessierte Waldbesitzer und Waldbesitzerinnen, ihren Wald für Erholungssuchende entsprechend zu öffnen.

Der Wald ist Er­ho­lungs­raum, Wirt­schafts­fak­tor und bie­tet Schutz. Vor allem wirkt Wald positiv auf das Wohl­be­fin­den und die Ge­sund­heit der Men­schen. Das wurde jetzt wis­sen­schaft­lich er­wie­sen.

Laut der neuen Stu­die zur "Ge­sund­heits­wir­kung von Wald­land­schaf­ten“ wirkt sich der Auf­ent­halt im Wald po­si­tiv auf die psy­chi­sche, phy­si­sche und so­zia­le Ge­sund­heit und das Wohl­be­fin­den aus. So leis­tet be­reits die Ver­bes­se­rung der Stim­mung einen Bei­trag zur men­ta­len Ge­sund­heit. Er­stellt wurde die Stu­die von der Uni­ver­si­tät für Bo­den­kul­tur Wien ge­mein­sam mit dem Pu­blic Health In­sti­tut der Me­di­zi­ni­schen Uni­ver­si­tät.

Mit der Un­ter­stüt­zung der In­itia­ti­ve Green Care WALD will das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Land­wirt­schaft, Re­gio­nen und Tou­ris­mus dazu bei­tra­gen, dass die viel­fäl­ti­gen Mög­lich­kei­ten, die der Wald den Men­schen bie­tet, ver­stärkt ge­nützt wer­den. Die Ta­gung „Green Care WALD -Was der Wald zum Wohl­be­fin­den bei­tra­gen kann“, die im Mai. 2014 in der forst­li­chen Aus­bil­dungs­stät­te Os­si­ach statt­fand, war die­sem Thema ge­wid­met.

Syn­er­gie­ef­fek­te mit Green Care

Green Care steht für Dienst­leis­tun­gen und Pro­jek­te, die in Ko­ope­ra­ti­on mit So­zi­al­trä­gern und In­sti­tu­tio­nen auf land- und forst­wirt­schaft­li­chen Be­trie­ben an­ge­bo­ten wer­den - zur För­de­rung von Ge­sund­heit, Wohl­be­fin­den und Le­bens­qua­li­tät. Ziel­grup­pen von Green Care sind Men­schen mit be­son­de­ren Be­dürf­nis­sen, Burn-out Syn­drom, Lang­zeit­ar­beits­lo­se, äl­te­re Men­schen aber ge­nau­so Kin­der und Ju­gend­li­che. Auch Pro­jek­te für Men­schen mit Er­näh­rungs­pro­ble­men oder In­te­gra­ti­ons­schwie­rig­kei­ten wer­den an­ge­bo­ten.

In­ter­na­tio­nal ist Green Care be­reits seit Jahr­zehn­ten eta­bliert, etwa in den Nie­der­lan­den. In Ös­ter­reich wur­den vor drei Jah­ren die ers­ten Green Care Pro­jek­te im Be­reich der Land­wirt­schaft ge­star­tet.

Die ideale Brücke

Green Care WALD ver­steht sich als Platt­form, um in­ter­es­sier­ten Wald­be­sit­ze­rin­nen und Wald­be­sit­zern, die Mög­lich­keit zu bie­ten, ihren Wald für Er­ho­lungs­su­chen­de ent­spre­chend zu öff­nen. Ge­ne­rell soll ein of­fe­nes mo­du­la­res Sys­tem an­ge­bo­ten wer­den, das sich je nach Not­wen­dig­keit an neue Ziel­grup­pen an­pas­sen kann.

Für die Be­trie­be bie­tet Green Care WALD neue Ein­kom­mens­chan­cen. Grund­vor­aus­set­zung ist immer, dass dem Bauer oder der Bäue­rin das so­zia­le En­ga­ge­ment ein Her­zens­an­lie­gen ist.

Der Zertifikatslehrgang Green Care WALD bil­det die idea­le Brü­cke zwi­schen Land- und Forst­wirt­schaft und Be­völ­ke­rung, zwi­schen Mensch, Tier und Natur.

Große Her­aus­for­de­run­gen

Ös­ter­reich hat sich einer Reihe von öko­lo­gi­schen, so­zio­de­mo­gra­phi­schen und me­di­zi­ni­schen Her­aus­for­de­run­gen zu stel­len. So fühlt sich be­reits jede vier­te  Ös­ter­rei­che­rin und jeder vier­te Ös­ter­rei­cher von Burn-out be­droht, eines von drei elf­jäh­ri­gen Kin­dern in Wien ist über­ge­wich­tig, im Jahr 2020 wird ein Vier­tel der  Be­völ­ke­rung über 60 Jahre alt sein.

Mit die­sen Her­aus­for­de­run­gen be­schäf­tigt sich die Li­te­ra­tur­stu­die zur „Ge­sund­heits­wir­kung von Wald­land­schaf­ten“.

Ziel der Stu­die war die sys­te­ma­ti­sche Suche und Auf­ar­bei­tung wis­sen­schaft­li­cher Li­te­ra­tur zum Thema Wald, Ge­sund­heit und Wohl­be­fin­den. Dem­nach kön­nen be­reits kurze Auf­ent­hal­te im Wald zu Er­ho­lung füh­ren und Stress­be­las­tung, Mü­dig­keit und Er­schöp­fung ver­rin­gern. Eine be­son­de­re Wir­kung zeigt sich bei Frau­en und chro­nisch Stress­be­las­te­ten. Die phy­si­sche Ge­sund­heit be­tref­fend konn­te eine Stär­kung der Im­mun­ab­wehr und eine Ver­bes­se­rung der Schlaf­qua­li­tät nach­ge­wie­sen wer­den.

Veröffentlicht am 04.03.2021, Forstwirtschaft und Nachhaltigkeit (Sektion III)