Holzeinschlag in Österreich

Für jede Wirtschaftsbranche ist es essentiell, über ihre Produktionsdaten Bescheid zu wissen. Daher kommt der Ermittlung der Holzerntemenge in Österreichs Wäldern eine hervorragende Bedeutung zu. Deren jährliche Erhebung stellt eine Kernaufgabe des Arbeitsbereiches Waldinformation der Abteilung III/1 dar.

Die periodische Erfassung des Holzeinschlages ist im österreichischen Forstgesetz verankert. Aufgrund der Wichtigkeit der Daten sind die WaldeigentümerInnen verpflichtet, über ihre Holzerntemenge Auskunft zu geben.

In Österreich gibt es rund 145.000 WaldeigentümerInnen. Da eine Befragung all dieser jeglichen Rahmen sprengen würden, erfolgt die Erfassung - je nach Betriebsgröße - nach einer unterschiedlichen Methodik:

  • Alle Betriebe mit einer Waldfläche von mehr als 200 Hektar werden in ganz Österreich voll erhoben. Da heißt, dass alle ca. 1.600 „Großwaldbetriebe“ von der Erhebung erfasst sind.

 

  • Die übrigen Betriebe (mit einer Waldfläche < 200 Hektar) fallen in eine Stichprobe, wodurch zusätzlich rund 5.400 „Kleinwaldbetriebe“ jährlich in die Befragung fallen. Ausnahmen gibt es hier für die Bundesländer Tirol und Vorarlberg, die auch diese Betriebe voll erheben, und für die Bundesländer Burgenland und Wien, die den Einschlag dieser Betriebe schätzen.

 

  • Die Österreichische Bundesforste AG meldet ihren Holzeinschlag direkt an das BMNT.

 

Jährlich werden somit rund 7.000 WaldbesitzerInnen im Rahmen der mittelbaren Bundesverwaltung durch die Bundesländer bzw. Bezirksverwaltungsbehörden befragt. Meldeschluss für die Daten ist jeweils der 1. März des dem Erhebungsjahr folgenden Jahres. Anschließend folgt die Hochrechnung der Stichprobedaten sowie die Addition der Daten der Betriebe größer 200 Hektar.

Nach einer Prüfung der Plausibilität, werden die Zahlen anonymisiert und durch das BMNT publiziert.

Neben ihrer eigentlichen Funktion einer Produktionskennzahl einer ganzen Branche, dienen die Daten noch einer Reihe anderer wichtiger Zwecke. So wird beispielsweise die Holzeinschlagsmenge zur Berechnung der Bruttowertschöpfung der Forstwirtschaft herangezogen und fließt auf diesem Weg in das Bruttoinlandsprodukt Österreichs ein.

Zudem hat das BMNT eine Vielzahl an nationalen und internationalen Berichtspflichten zu erfüllen, wofür die Daten aus der Holzeinschlagsmeldung unabdingbar sind.

Die Holznutzung im österreichischen Wald betrug im Jahr 2015 17,55 Millionen Erntefestmeter ohne Rinde (Mio. Efm o. R.), der fünfjährige Durchschnitt (5-Ø; 2011-2015; 17,75 Mio. Efm) und der zehnjährige Durchschnitt (10-Ø; 2006-2015; 18,56 Mio. Efm).

Der Nadelholzanteil am Gesamteinschlag betrug 83,0%, der Schadholzanteil insgesamt 42,3%. Der Anteil des Kleinwaldes am Gesamteinschlag betrug 57,06%, jener des „Großwaldes“ bei 33,65%. Die Österreichische Bundesforste AG trugen rund 9,3 % bei.

Details finden sich unter: https://www.bmlfuw.gv.at/forst/oesterreich-wald/wirtschaftsfaktor/rohstoff-holz.html

Seit dem Jahr 2006 erfolgt die Erhebung, Verwaltung und Auswertung der Daten mittels einer Onlinedatenbank, die beim LFRZ gehostet ist.

 

Veröffentlicht am 28.03.2017, Waldpolitik, Waldökonomie und Waldinformation (Abteilung III/1)