Ableitung des Forststraßennetzes in Österreich aus Airborne Laserscanning Daten

Eine Applikation zur Detektion von Forststraßen aus Airborne Laserscanning Daten und Orthophotos.

Das Department für Geodäsie und Geoinformation der Technischen Universität Wien hat unter der Leitung von Dipl.-Ing. Dr. Markus Hollaus eine Applikation zur Detektion von Forststraßen aus Airborne Laserscanning Daten und Orthophotos entwickelt, die als Plugin für das OpenSource Geographische Informationssystem QuantumGIS Version 1.8.0 umgesetzt wurde.

Die Applikation umfasst im Wesentlichen die zwei Teile

  1. Vorprozessierung und
  2. semi-automatische Detektion von Straßen.

Die Vorprozessierung beinhaltet das Erstellen der Kacheldateien sowie das Berechnen einer gewichteten Graphenkarte, welche als Grundlage für das semi-automatische Digitalisieren dient. Diese rechenintensiven Prozesse werden durch ein Skript gesteuert und können automatisiert für große Gebiete angewandt werden.

Für die finale Digitalisierung der Straßenachsen ist ein manuelles Setzen von Anfangs- und Endpunkten von Straßen erforderlich. Dafür werden entsprechende Werkzeuge in QuantumGIS zur Verfügung gestellt, um ein effizientes Arbeiten zu ermöglichen.

Da die entwickelte Applikation sowohl Airborne Laserscanning Daten als auch Orthophotos für die Auswertungen heranzieht, werden sowohl für steile Gebiete, als auch für flache Bereiche, sehr gute Ergebnisse erzielt. Die Eingangsdaten werden in Form von Rasterdaten mit einer Auflösung von 1 mal 1 Meter verwendet, wodurch eine sehr effiziente Prozessierung für große Gebiete ermöglicht wird.

Zusätzlich zur Lage der Straßenachse werden die Straßenränder sowie die für Straßensegmente gemittelten Attribute Breite, Längsneigung und Kurvenradius bestimmt und als Linienshape-File inklusive Attributtabelle für weitere Anwendungen zur Verfügung gestellt. Somit kann der extrahierte Straßenlayer in bereits bestehende Staßenlayer wie z.B. Layern der Graphenintegrations-Plattform eingepflegt werden.

Die entwickelte Applikation wurde am Bundesforschungszentrum für Wald, Institut für Waldinventur erfolgreich installiert und steht somit für eine großflächige Anwendung zur Verfügung.

Das Projekt wurde mit Unterstützung von Bund, Ländern und der Europäischen Union im Rahmen der Entwicklung für den ländlichen Raum durchgeführt.

Veröffentlicht am 02.01.2019, Waldschutz, Waldentwicklung und forstliche Förderung (Abteilung III/3)