Information über Verpackungsholzkontrolle

Durch den weltweiten Handels steigt die Gefahr der Ausbreitung von
forstschädigenden Insekten oder Krankheitserregern
- unter Anforderungen an das Verpackungsholz.

Durch den Einsatz von Paletten, Stauhölzern, Kisten oder anderen Behältern aus
unbehandeltem Laub- oder Nadelholz besteht jedenfalls ein beträchtliches Risiko der
Verschleppung von Schadorganismen in Gebiete, in denen diese bislang noch nicht
vorkommen.

Bei einer Einschleppung in Gebiete mit günstigen Lebensbedingungen kann es in der
Folge zu massiven Schäden im Forstbereich kommen.

Um dieses Risiko zu reduzieren, gibt es weltweit Bestrebungen, entsprechende
gesetzliche und organisatorische Maßnahmen zu setzen.

Anforderungen an Verpackungsholz beim Import nach Österreich (in die EU)

Seit dem 1. März 2005 muss das in die EU importierte Verpackungsholz, sofern es aus Rohholz und nicht aus verarbeitetem Holz
(Spanplatten, Sperrholz,…) besteht, aus allen Drittländern (alle außereuropäischen und europäischen Länder außer der Schweiz, die nicht
EU-Mit­gliedstaat sind) dem Internationalen Standard für Pflanzengesund­heitliche Maßnahmen (ISPM Nr. 15) entsprechen.


Dazu muss das Verpackungsholz markiert, entrindet und durch geeignete Maßnahmen (Hitzebehandlung, Begasung, chemische Behandlung) schädlingsfrei gemacht werden.

Schriftliche Meldung beim BFW durch den Empfänger von Verpackungsholz

Seit dem 1. Oktober 2005 sind Empfänger, die Verpackungsholz mit Ursprung aus Drittländern empfangen, zur schriftlichen Meldung an das Bundesamt für Wald verpflichtet (Meldeformular).
 
Diese Meldung hat einmalig und unverzüglich nach dem erstmaligen Empfang zu erfolgen (Meldung per E-Mail Hannes.Krehan@bfw.gv.at
oder Fax.: +43/1/87838-1250 unter Angabe des Namens, Adresse und Telefonnummer des Empfängers und Angabe der ungefähren Menge
der eingeführten Ware mit Verpackungsholz). 

Durchführung der Kontrolle

Die Kontrolle wird ausschließlich im Betrieb oder vor Ort in der Produktionsstätte von speziell geschulten Kontrollorganen des Bundesamtes
für Wald durchgeführt.

  1. Bei der Kontrolle werden Verpackungshölzer der lagernden Lieferungen kontrolliert, wobei eine Auskunftsperson anwesend sein sollte,
    die gegebenenfalls über die Herkunft des Verpackungsholzes Auskunft geben kann. Dies kann auch durch Einsicht in die Lieferscheine
    und Bücher seitens des Kontrollorgans geprüft werden.

  2. Bei begründetem Befallsverdacht oder bei Nichtvorhandensein von entsprechenden Markierungen werden vom Kontrollorgan des
    BFW Proben zwecks Laboranalyse entnommen.

  3. Verpackungsholz, das nicht den Anforderungen entspricht, insbesondere bei Vorhandensein von Schädlingsbefall, ist umgehend zu
    verbrennen oder durch geeignete Maßnahmen zu zerstören. Hiezu ist unter Aufsicht des Kontrollorgans die Ware umzuschlichten
    oder neu zu verpacken.

Diese Kontrollen finden in regelmäßigen Abständen je nach Importmenge und phytosanitärem Risiko statt, wobei die Kontrollhäufigkeit in
Relation zu dem phytosanitären Risiko steht.
 
Die regelmäßigen Kontrollen finden je nach Menge der empfangenen Lieferungen von Waren mit Verpackungsholz zumindest einmal im Jahr statt (die überwiegende Anzahl der gemeldeten Betriebe wird auch tatsächlich nur einmal im Jahr überprüft).

Bei Großempfängern ist die Anzahl der Kontrollen entsprechend höher; eine lückenlose Kontrolle aller nach Österreich importierten
Verpackungshölzer aus Drittländern ist jedoch nicht möglich und soll der Wirtschaft auch nicht zugemutet werden.

Erhöhtes phytosanitäres Risiko ist insbesondere gegeben bei:

 a.. Importen aus China, Ferner Osten, USA und Kanada
 b.. schlechter Holzqualität
 c.. Beanstandungen bei vorhergehenden Kontrollen.
 
Wiederholte Vergehen gegen die im Anhang IV der EU Richtlinie 2000/29 EG angeführten Bestimmungen für Verpackungsholz können gemäß den Bestimmungen des Österreichischen Pflanzenschutzgesetzes bei der zuständigen Bezirkshauptmannschaft zur Anzeige gebracht werden.

Zur Kennzeichnung von Holzverpackungsmaterial autorisierte Firmen

Gemäß dem Standard ISPM 15 ist unbearbeitetes Holzverpackungsmaterial (Rohholz) von dazu autorisierten Firmen zu behandeln und danach zu kennzeichnen.

 
Im Jahre 2002 wurde eine Richtlinie in der FAO (Food and Agriculture Organisation) zur Verhinderung der weltweiten Verbreitung
von Schadorganismen beschlossen. 

Dieser Standard ISPM Nr. 15 gilt für unbearbeitetes Holzverpackungsmaterial (Rohholz) wie Paletten, Kisten, Stauhölzer, …etc.. .


Verpackungsmaterial, das der Einwirkung von Hitze, Druck, Leim,… in der Produktion unterzogen wurde, wie Spanplatten, OSB-Platten,
Sperrholz, fällt nicht unter diese Regelung.

In der Richtlinie ist die Durchführung einer speziellen Behandlung (Begasung oder „heat treatment) des Holzes und die nachfolgende
Kennzeichnung zur Bestätigung wie auch zur Rückverfolgbarkeit der verantwortlichen Firmen vorgesehen.
 
Die Kennzeichnung darf nur durch mit Bescheid des Österreichischen Pflanzenschutzdienstes autorisierte, d.h. registrierte Firmen erfolgen.

Veröffentlicht am 12.01.2018, Waldschutz, Waldentwicklung und forstliche Förderung (Abteilung III/3)