Forstlicher Pflanzenschutz in Österreich

Forstlicher Pflanzenschutz umfasst alle Maßnahmen gegen die Einschleppung und
Ausbreitung von Schadorganismen auf forstlichen Pflanzen, Pflanzenerzeugnisse
und insbesondere auf Holz.

Durch den Beitritt der ehemaligen Oststaaten zur Europäischen Union haben sich die
Kontrollen an die EU-Außengrenze verlagert.

Das Hauptaugenmerk im forstlichen Pflanzenschutz liegt daher bei der Kontrolle von
Verpackungsmaterial aus Holz im Landesinneren.

Bei Feststellung von Beanstandungen wird

  1. der Pflanzenschutzdienst des Absenderlandes und
  2. über EUROPHYT (EU-Netzwerk) die Kommission und alle Mitgliedstaaten vom
    Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus darüber informiert.


Jährlich werden vom Bundesamt für Wald, das im Institut für Waldschutz des
Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft
angesiedelt ist, ca. 1000 Kontrollen von Holzverpackungsmaterial durchgeführt.

 


 

Der forstliche Pflanzenschutz hat in Österreich eine langjährige Tradition

Abgesehen von den strengen Bestimmungen nach dem Forstgesetz, wurde im Jahr 1962 das so genannte Holzkontrollgesetz beschlossen.
Das war deshalb notwendig, weil Anfang der sechziger Jahre aus der damaligen UdSSR größere Mengen von Nadelholz in Rinde über das Schwarze Meer und die Donau, später auch mit der Bahn, importiert wurden.

Sämtliches Nadelholz in Rinde, das an bestimmten Eintrittstellen eingeführt wurde, ist an der Grenze von Holzkontrollorganen untersucht
und bei Schädlingsbefall entweder unter Aufsicht behandelt oder zurückgewiesen worden.

Das Holzkontrollgesetz wurde mit dem Beitritt zur Europäischen Union durch das Pflanzenschutzgesetz 1995, BGBl. 532/1995 ersetzt.
 

Rechtsgrundlagen

Pflanzenschutzgesetz 2011

Das Pflanzenschutzgesetz regelt die Maßnahmen zum Schutz gegen das Verbringen von Schadorganismen der Pflanzen
und Pflanzenerzeugnisse.

Dieses Bundesgesetz ist auch auf Holz, Holzprodukte und Gegenständen aus Holz aller Art anzuwenden, und regelt vor allem

  • die Amtlichen Stellen und die Organe des Österreichischen Pflanzenschutzdienstes,
  • die Schutzgebiete,
  • die Allgemeinen Verbote und Einschränkunken der Verbringung von Schadorganismen,
  • den Pflanzenpass sowie
  • die Strafbestimmungen.

Pflanzenschutzverordnung

Die Pflanzenschutzverordnung enthält detaillierte Bestimmungen betreffend den Pflanzenpass und legt die Gebühren für
die Tätigkeiten der Behörde fest.

Pflanzenschutz-Maßnahmen-Verordnung

Die Pflanzenschutz-Maßnahmen-Verordnung regelt Einzelheiten und Bedingungen für die Durchführung amtlicher Maßnahmen
nach dem 3. und 4. Abschnitt des Pflanzenschutzgesetzes.

Pflanzenschutzverordnung - Holz

Die Maßnahmen zum Schutz gegen die Verbreitung von Schadorganismen durch Verpackungsholz sowie die Maßnahmen
zum Schutz gegen die Verbreitung von Anoplophora glabripennis werden durch die Pflanzenschutzverordnung - Holz geregelt.

Eintrittstellen-Verordnung

Die Eintrittstellen-Verordnung legt die für die Einfuhr von Pflanzen und Pflanzenerzeugnissen zulässigen Grenzstellen fest.


Pflanzenschutzrichtlinie 2000/29/EU

Die Umsetzung der Pflanzenschutzrichtlinie 2000/29/EU hat

  • bei der Einfuhr von Holz aus europäischen Drittländern eine Liberalisierung,
  • beim Import von Holz und Holzprodukten aus außereuropäischen Länder

strengere Auflagen im Vergleich zu den zuvor geltenden Bestimmungen des Holzkontrollgesetzes zur Folge. 

Diese Richtlinie zielt auf die Verhinderung der Einschleppung von bestimmten Quarantäneschädlingen ab.
Sämtliche neu auftretende Schadorganismen sind unverzüglich der Kommission zu melden.
 

Die Abschätzung des phytosanitären Risikos und die Festlegung von erforderlichen Maßnahmen erfolgt auf Gemeinschaftsebene
im „Ständigen Ausschuss für Pflanzengesundheit (SCPH)“ in Brüssel.

Veröffentlicht am 01.04.2019, Waldschutz, Waldentwicklung und forstliche Förderung (Abteilung III/3)