Belastungen des Waldes

Witterungsbedingte Katastrophen und Schädlingsmassenvermehrungen führen immer wieder zu durchaus großen wirtschaftlichen Schäden und Beeinträchtigungen der Waldfunktionen.

ExpertInnen erwarten, dass diese negativen Faktoren durch den Klimawandel weiter verschärft werden, in erster Linie verursacht durch Borkenkäfer und Stürme. Die Überwachung des Waldzustandes erfolgt insbesondere durch Erhebungen des Bundesforschungszentrums für Wald (BFW). Probleme gibt es vor allem in Folge von Sturmschäden und dort, wo mehrere Schwächungsfaktoren zusammenwirken.

Besonders schwerwiegend sind Schäden im Schutzwald. Windwürfe, Borkenkäfer, Überalterung durch geringe Nutzung und ungenügende Verjüngung in Folge von Wildverbiss und Waldweide sowie Luftverunreinigungen erschweren in diesen sensiblen Waldregionen oftmals die Bemühungen um stabile Waldbestände.

Schäden durch Borkenkäfer

Dies war in den letzten Jahren für die österreichische Forstwirtschaft besonders intensiv spürbar. In Nieder- und Oberösterreich fand der Borkenkäfer aufgrund des fehlenden Niederschlags optimale Bedingungen vor und konnte sich dadurch außergewöhnlich stark ausbreiten. Die höchsten Schäden mit 2,92 Mio. Vorratsfestmeter (Vfm) wurden aus Niederösterreich gemeldet, wobei das Waldviertel am stärksten betroffen war. Auch in Oberösterreich verzeichnete man einen borkenkäferbedingten Schadholzanfall von 1,261 Mio. Vfm. Hier waren die betroffenen Gebiete die tieferen Lagen des Mühl-, Hausruck- und Innviertels sowie das gesamte Alpenvorland.

Im Vergleich zu 2017 haben sich 2018 die Schäden durch den Borkenkäfer in Nieder- und Oberösterreich nahezu verdoppelt. Die durch den Borkenkäfer geschädigte Holzmenge lag Österreichweit bei 4,4 Mio. Efm.  Das entspricht rund einem Viertel der in Österreich jährlich geernteten Holzmenge.

2019 sind 4,70 Mio. Vfm Schadholz durch den Borkenkäfer angefallen.

Eine Entspannung ist derzeit nicht in Sicht und auch in Teilen Deutschlands und in der Tschechischen Republik stellt sich die Situation ähnlich dar.

Die Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer im Süden Österreichs kämpften in den letzten Jahren auch mit anderen Katastrophen. In Osttirol und Kärnten vernichtete das Sturmtief „Vaia“ im Herbst 2018 ganze Waldstriche und Infrastruktur wie zum Beispiel Forststraßen. Allein in Kärnten betrug die Schadholzmenge durch Stürme 1,6 Mio. Vfm, und außergewöhnliche Schneefälle verursachten insbesondere in Oberösterreich Schneebruch und Schneedruckschäden

Das Jahr 2019 brachte weitere abiotische Schäden in den Wäldern. 4,85 Mio Vfm. fielen bei solchen Katastrophenereignisse in den Wäldern an und erfordern rasches Handeln.

Die WaldeigentümerInnen sind laufend aufgerufen, besonderen Augenmerk auf Borkenkäferbefall zu legen und möglichst frühzeitig notwendige Bekämpfungsmaßnahmen zu setzen.

Die Forstdienste der Länder und die BeraterInnen der Landwirtschaftskammern bieten schwerpunktmäßig gezielte Beratung an. Für Vorbeugungsmaßnahmen, wie das Legen von Fangbäumen und Häckseln von Schlagrücklass stehen Förderungen zur Verfügung. Das BFW bietet Informationen im Internet unter http://borkenkaefer.at an.

Neben den Problemen mit der Vermehrung der Borkenkäfer berichten die Experten für Waldschutz des BFW von Schäden an Lärche, Schwarzkiefer und Bergahorn sowie von einer weiteren Ausbreitung des Eschentriebsterbens.

Schäden durch Wild - Wildeinflussmonitoring (WEM)

Das fachlich vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus (BMLRT) begleitete WEM liefert bereits seit dem Jahr 2004 österreichweit statistisch abgesicherte Daten über den Wildeinfluss auf die Waldverjüngung. Dieses Monitoringsystem wurde vom Bundesforschungszentrum für Wald (BFW) in enger Abstimmung mit den Landesforstdiensten und im Konsens mit der Jägerschaft entwickelt.

Das WEM beruht auf einer modernen, wissenschaftlich anerkannten Methode, die laufend evaluiert wird. Mit der heuer laufenden neuen Aufnahmeperiode werden entsprechende Adaptierungen vorgenommen, um die Aussagekraft noch weiter zu verbessern. Bei der Bewertung der Ergebnisse geht es nicht in erster Linie um Absolut Werte, sondern um die Darstellung von Entwicklungstrends auf Bezirksebene.

Veröffentlicht am 13.08.2020, Waldschutz, Waldentwicklung und forstliche Förderung (Abteilung III/3)