Österreichisches Bildungs-Know-how für die japanische Forstwirtschaft

Die Wirtschaftskammer Österreich bietet Japan gemeinsam mit dem BMNT
Weiterbildungskurse und Unterstützung für die Errichtung einer Forstschule
nach österreichischem Vorbild an.

Japan ist zu mehr als zwei Drittel mit Wald bedeckt.

Dennoch ist die Produktivität im Forstbereich sehr gering.
Nur ein Viertel der Holznachfrage kann aus eigenem Waldbestand gedeckt werden.
Bei einem Jahresbedarf von rund 90 Millionen Kubikmeter muss ein Großteil des
Bedarfs importiert
werden.

Bildungssystem in Japan

Mitverantwortlich ist das japanische Bildungssystem, das weder im sekundären noch im
tertiären Sektor ein adäquates forstliches Aus- und Weiterbildungsangebot vorsieht,
berichtet Martin Glatz, österreichischer Wirtschaftsdelegierter der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA der WKÖ in Tokio.

Mehrtägige Roadshow

Japans Regierung zeigt reges Interesse an der aktiven Nutzung seiner Wälder und an
Know-how und Ausrüstung aus Österreich.

Das AußenwirtschaftsCenter Tokio hat daher in den Tagen vom 2. bis 9. Dezember 2012
im Rahmen einer mehrtägigen Roadshow durch mehrere Präfekturen von japanischen
Bildungsanbietern (Forstschulen, Universitäten, Bildungsdienstleistern) das
österreichische Bildungsangebot im Bereich der Forstwirtschaft näher vorgestellt.

Österreichisches Know-how ist gefragt

Die mitreisenden österreichischen Bildungsanbieter, die Vertreter des damaligen Landwirtschaftsministerium, die Universität für Bodenkultur,
die Agrarpädagogische Hochschule, die Forstlichen Ausbildungsstätten Ossiach und Pichl sowie die HBLA für Forstwirtschaft in Bruck/Mur,
haben an vier Veranstaltungsorten (Kagoshima, Kyoto, Gifu, Tokio) ihre Unterrichtskonzepte und Dienstleistungen präsentiert.

Ziel der Veranstaltungen war, in B2B-Gesprächen mit lokalen Interessenten Formate der Zusammenarbeit - von der Gestaltung von
Lehrplänen über train-the-trainer-Seminare bis hin zu Lehrveranstaltungen in Österreich - auszuloten und den Weg für Kooperationen
zu ebnen.

Das Interesse der japanischen Seite war groß.

Als erstes Ergebnis wurden Weiterbildungskurse in Österreich gebucht und die Errichtung einer Forstschule nach österreichischem
Vorbild in die Wege geleitet.

Lehrer der forstlichen Ausbildungsstätte Ossiach haben seit Februar 2013 mehrmals Forstarbeiter der Modellregion Shimokawa/Hokkaido eine Woche lang vor Ort eingeschult. Diese Aktivitäten wurden durch die Internationalisierungsoffensive "go-international" des einstigen
Wirtschaftsministeriums und der Wirtschaftskammer Österreich ermöglicht.

Am 14. Oktober 2013 unterzeichneten das Bundesforschungszentrum für Wald (BFW) mit der japanischen Universität Shinshu und dem
japanischen Nagano Forestry Research Center ein Memorandum zur intensiven Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Wissenstransfers.

Veröffentlicht am 10.01.2018, Waldpolitik, Waldökonomie und Waldinformation (Abteilung III/1)