4. Termin der Försterstaatsprüfung 2020

In der schriftlichen Projektarbeit war ein Kaufangebot für den 113 ha großen „Waldbesitz Traumstein“ zu analysieren.

Der 4. Termin der diesjährigen Staatsprüfung für den Försterdienst
fand vom 06. bis 09. Oktober 2020 an der FAST Traunkirchen statt.

Es sind 3 Kandidatinnen und 11 Kandidaten zur Prüfung angetreten.


Die Prüfungskommission bestand aus:

Vorsitzender, MR Dipl.-Ing. Ing. Martin NÖBAUER (BMLRT - Sektion für
Forstwirtschaft und Nachhaltigkeit),

FDir. Dipl.-Ing. Christian BERNER (Wirtschaftsführer - Erzbischöfliches
Forstamt Kirchberg/Wechsel),

BOFö. Ing. Martin SPETA (Leiter – Forstaufsichtstelle Freistadt – Land Oberösterreich) und

Mag. Dipl.-Ing. Peter HERBST (Agrarbezirksbehörde Villach).

 

Projektthema

Die Prüfungsaufgabe bestand darin, anhand eines 128 seitigen Exposés das Angebot zum Kauf des 113 ha großen „Waldbesitz Traumstein“
zu analysieren.

Im Detail war

  • nach Besichtigen von repräsentativen Waldflächen zu prüfen, ob das Inserat des Verkäufers den vorgefundenen Waldbildern entspricht,
  • die angebotene Immobilie fachlich zu beurteilen,
  • die bei einer mittelfristigen, forstlichen Bewirtschaftung zu erwartenden Chancen und Risiken aufzuzeigen,
  • darzustellen, wie eine Mitbetreuung der neuen Waldgrundstücke vom 80 km entfernten Hauptbetrieb aus möglich wäre,
  • die Potentiale von möglichen Geschäftsfeldern zu bewerten,
  • zu prüfen, ob der Kaufpreis angemessen ist und
  • eine Entscheidungsgrundlage für allfällige Kaufverhandlungen zu liefern.
     

Die Prüfung erfordert unterschiedlichste Qualifikationen

Die schriftliche Projektarbeit wurde an den beiden ersten Prüfungstagen durchgeführt.
Dazu standen insgesamt 13 Stunden zur Verfügung.

Am dritten und vierten Prüfungstag fanden die mündlichen Prüfungen statt.

In den ersten 10 Minuten der mündlichen Prüfungen präsentierten die Prüfungskandidaten/innen, die wesentlichen Ergebnisse
ihrer Analyse und ihre Empfehlungen an den Eigentümer.
 

Daran anschließend stellte die Prüfungskommission explizite Fragen zu den in den Projektarbeiten angesprochenen Fachinhalten
und prüfte darüber hinaus auszugsweise Inhalte der in der Staatsprüfungsverordnung festgeschriebenen 5 Geschäftsbereichen.

 

Ergebnis: 78,6% der Prüfungskandidaten/innen waren erfolgreich!

11 Förster/innen wurden mit „befähigt“ beurteilt.

Drei Prüfungskandidaten/in bestanden die Prüfung nicht.
 

Resümee

Im Rahmen der Zeugnisverteilung resümierte MR Ing. Dipl.-Ing. Martin NÖBAUER zusammenfassend, dass die Kandidaten/innen

  • die waldbaulichen Herausforderungen im besichtigten „Prüfungswald“ nur teilweise erkannten,
  • das Kaufangebot anhand des Exposés nachvollziehbar analysierten,
  • die Meisten ein Konzept für eine mittelfristige, forstliche Bewirtschaftung erarbeiteten,
  • darin aber nur selten eine Zusammenschau der Themenbereiche rund um den Klimawandel darstellten,
  • dabei nur mangelhaft auf das Thema Laubholzbewirtschaftung eingegangen sind,
  • die praktischen Betriebsvorgänge einer Mitbetreuung der neuen Waldgrundstücke vom 80 km entfernten Hauptbetrieb nur mit
    großen Schwierigkeiten skizzieren konnten,
  • das rechtliche Grundwissen durchwegs erbrachten,
  • die möglichen betrieblichen Nebeneinkünfte nur zum Teil als Chance erkannten und
  • alle dem Eigentümer Empfehlungen für allfällige Kaufverhandlungen präsentierten.
Veröffentlicht am 05.11.2020, Forstliche Legistik, Rechtspolitik und Berufsqualifikation (Abteilung III/2)