1. Termin der Försterstaatsprüfung 2020

In der schriftlichen Projektarbeit war ein „mittelfristiges Betriebskonzept im Zeichen von Kalamitätsereignissen“ für einen Forstbetrieb mit einer 1.800 ha Gesamtwaldfläche zu erarbeiten.

Der 1. Termin der diesjährigen Staatsprüfung für den Försterdienst
fand vom 16. bis 19. Juni 2020 an der FAST Traunkirchen statt.

Es sind 2 Kandidatinnen und 12 Kandidaten zur Prüfung angetreten.

Die Prüfungskommission bestand aus:

Vorsitzender, MR Ing. Dipl.-Ing. Martin NÖBAUER (BMLRT - Sektion für Forstwirtschaft
und Nachhaltigkeit),

Dipl.-Ing. Siegbert TERZER (Wirtschaftsführer – Agrargemeinschaft Nenzing),

Mag. Fö. Ing. Walter AMANN (Geschäftsführer der Forstbetriebsgemeinschaft Jagdberg) und

Dr. Hansjörg PLÖTZ (Forstbetrieb Oberinntal – ÖBf-AG).

 

Projektthema

Die Prüfungsaufgabe bestand darin, als Betriebsleiter/in eines 1.800 ha großen
Stiftsforstbetriebes ein 10-jähriges Betriebskonzept in Folge eines stattgefundenen
Kalamitätsereignisses zu erarbeiten.

 


Konkret war

  • ein Aufarbeitungskonzept für das angefallene Schadholz zu entwickeln,
  • ein Betriebsziel unter Berücksichtigung der Klimawandelaspekte festzulegen,
  • die jagdlichen Maßnahmen auf die neue Situation anzupassen,
  • die Vorgehensweise für eine Erweiterung des unzureichenden Forststraßennetzes zu skizzieren,
  • eine betriebswirtschaftliche Zusammenfassung darzustellen,
  • auf die berührten rechtlichen Aspekte einzugehen,
  • die Möglichkeit der Errichtung und des Betriebs eines Nasslagers zu prüfen und
  • eine von einem Interessenten vorgeschlagene Nachnutzung der Naßlagerfläche als Bodenaushubdeponie zu bewerten.

 

Die Prüfung erfordert unterschiedlichste Qualifikationen

Die schriftliche Projektarbeit wurde an den beiden ersten Prüfungstagen durchgeführt.
Dazu standen insgesamt 13 Stunden zur Verfügung.

Am dritten und vierten Prüfungstag fanden die mündlichen Prüfungen statt.

In den ersten 10 Minuten der mündlichen Prüfungen präsentierten die Prüfungskandidaten/in, das von ihnen ausgearbeitete Betriebskonzept.

Daran anschließend stellte die Prüfungskommission explizite Fragen zu den in den Konzepten angesprochenen Fachinhalten und prüfte
darüber hinaus auszugsweise Inhalte der in der Staatsprüfungsverordnung festgeschriebenen 5 Geschäftsbereichen.

 

Ergebnis: Weiße Fahne!

Lukas REITER (FB Stift Klosterneuburg) erreichte ein "mit Auszeichnung befähigt".

Zwei Försterinnen und elf Förster wurden mit „befähigt“ beurteilt.
 

Resümee

Im Rahmen der Zeugnisverteilung resümierte MR Ing. Dipl.-Ing. Martin NÖBAUER zusammenfassend, dass

  • die besichtigten Bestände gut beschrieben wurden,
  • aus den zur Verfügung gestellten Informationen und erhobenen Daten die richtigen Ansätze für das Projektthema abgeleitet werden
    konnten,
  • alle ein nachvollziehbares Betriebskonzept für den Forstbetrieb erarbeitet haben,
  • die gestellten Einzelfragen ausreichend beantwortet wurden und
  • dass die erbrachten Prüfungsleistungen überdurchschnittlich gut waren.
Veröffentlicht am 29.06.2020, Forstliche Legistik, Rechtspolitik und Berufsqualifikation (Abteilung III/2)