3. Termin der Försterstaatsprüfung 2020

Die schriftliche Projektarbeit stand im Zeichen der „Neuübernahme des 2.200 ha großen Forstbetriebes Aschau“.

Der 3. Termin der diesjährigen Staatsprüfung für den Försterdienst
fand vom 18. bis 21. August 2020 an der FAST Ossiach statt.

Es sind 16 Kandidaten zur Prüfung angetreten.


Die Prüfungskommission bestand aus:

Vorsitzender, MR Dipl.-Ing. Ing. Martin NÖBAUER (BMLRT - Sektion für
Forstwirtschaft und Nachhaltigkeit),

Dipl.-Ing. Dr. Norbert PUTZGRUBER (Leiter - Stabsstelle für Wald, Naturraum,
Nachhaltigkeit - Österreichische Bundesforste AG.),

Fö. Ing. Christian RIESER (Revierleiter - Österreichische Bundesforste AG,
Forstrevier Brixental) und

Mag. Markus SAUER (Bezirkshauptmann von Wiener Neustadt).

 

Projektthema

Die Prüfungsaufgabe bestand darin

  • den Forstbetrieb Aschau rasch zu übernehmen,
  • eine konkrete Planung für das Jahr 2022 vorzunehmen und
  • dem Eigentümer ein Betriebskonzept für die Jahre 2022 bis 2026 vorzuschlagen.

 

Die Prüfung erfordert unterschiedlichste Qualifikationen

Die schriftliche Projektarbeit wurde an den beiden ersten Prüfungstagen durchgeführt.
Dazu standen insgesamt 13 Stunden zur Verfügung.

Am dritten und vierten Prüfungstag fanden die mündlichen Prüfungen statt.

In den ersten 10 Minuten der mündlichen Prüfungen präsentierten die Prüfungskandidaten/in, die definierten Betriebsziele, die Planung für das nächste Jahr und das von ihnen ausgearbeitete 5-jährige Betriebskonzept.

Daran anschließend stellte die Prüfungskommission explizite Fragen zu den in den Konzepten angesprochenen Fachinhalten und prüfte
darüber hinaus auszugsweise Inhalte der in der Staatsprüfungsverordnung festgeschriebenen 5 Geschäftsbereichen.

 

Ergebnis: 93,7% der Prüfungskandidaten waren erfolgreich!

Thomas LASSACHER (Forstbetrieb Pinzgau der ÖBF-AG.) erreichte ein "mit Auszeichnung befähigt".

14 Förster wurden mit „befähigt“ beurteilt.

Ein Prüfungskandidat bestand die Prüfung nicht.
 

Resümee

Im Rahmen der Zeugnisverteilung resümierte MR Ing. Dipl.-Ing. Martin NÖBAUER zusammenfassend, dass

  • die besichtigten Bestände gut beschrieben wurden,
  • die „praktische Frage“ – Wie übernehmen Sie einen Betrieb? - für die Meisten eine große Herausforderung war,
  • die Betriebsziele definiert werden konnten,
  • plausible Planungen für das nächste Wirtschaftsjahr erstellt wurden,
  • alle ein nachvollziehbares Betriebskonzept für den Forstbetrieb erarbeitet haben,
  • in vielen Arbeiten keine konkreten Aussagen zur Wildschadensreduktion vorkamen,
  • das rechtliche Grundwissen durchwegs vorhanden war,
  • bei der Realisierung der Erlössteigerung vielfach der Mut zu Unkonventionellem fehlte,
  • bei der Entwicklung der Nebenbetriebe der Blick über den Tellerrand (Situation außerhalb der Grenzen, andere Betriebe, …) vermisst wurde und
  • eine überwiegende Anzahl der Kandidaten bei der auf den Eigentümer abgestimmten Präsentation ihrer Ergebnisse (kaum überschaubar / spezifisch mit Fachausdrücken gespickt) große Schwierigkeiten hatten.
Veröffentlicht am 03.09.2020, Forstliche Legistik, Rechtspolitik und Berufsqualifikation (Abteilung III/2)