2. Termin der Staatsprüfung für den höheren Forstdienst 2020

In der schriftlichen Projektarbeit war ein Betriebskonzept für einen 5.300 ha großen, im steirisch/niederösterreichischen Grenzgebiet (Wechsel) gelegenen Privatforstbetrieb zu erarbeiten.

Der 2. Termin der diesjährigen Staatsprüfung für den höheren Forstdienst fand
vom 20. - 22. Oktober 2020 am Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für
Wald, Naturgefahren und Landschaft in Wien statt.

Es sind 2 Kandidatinnen und 7 Kandidaten zur Prüfung angetreten.

Die Prüfungskommission bestand aus:

Vorsitzende, MRin Mag.a Katharina KAISER (Abteilung III/2 – Forstliche Legistik, Rechtspolitik und Berufsqualifikation im BMLRT),

FM Dipl.-Ing. Georg MATTERSBERGER (Wirtschaftsführer - Leobner Realgemeinschaft),

OFR Dipl.-Ing. Gernot KURAN (Leiter - Bezirksforstinspektion Scheibbs) und

ORRin Mag.a Eva-Maria NINAUS (Leiterin - Anlagenreferates der Bezirkshauptmannschaft Voitsberg).

Projektthema

Die Prüfungsaufgabe bestand darin, einen 5.300 ha großen, im steirisch/niederöster-
reichischen Grenzgebiet (Wechsel) gelegenen Privatforstbetrieb zu analysieren und
für diesen ein Betriebskonzept zu entwickeln.

Dabei war insbesondere

  • ein Jahresabschluss für das Jahr 2020 zu erstellen,
  • die gegenwärtige Situation in den Geschäftsfeldern Forst und Jagd zu beurteilen,
  • Vorschläge für Rationalisierungs- und Optimierungsmaßnahmen zur Sicherung des zukünftigen Betriebserfolges zu erstatten,
  • die Chancen und Risken für mögliche neue Betriebszweige aufzuzeigen,
  • ein Businessplan für ein selbst gewähltes neues Nebenbetriebs-Projekt zu erstellen sowie
  • auf die vom erstellten Betriebskonzept berührten rechtlichen Grundlagen einzugehen und die allfällig nötigen Verfahrensschritte
    aufzuzeigen.

Die Prüfung erfordert unterschiedlichste Qualifikationen

Die Projektarbeit wurde an den beiden ersten Prüfungstagen durchgeführt, wozu insgesamt 14 Stunden zur Verfügung standen.

Am dritten Prüfungstag fanden die mündlichen Prüfungen statt.
In den ersten 10 Minuten der mündlichen Prüfungen mussten die Prüfungskandidatinnen und die Prüfungskandidaten die wesentlichen
Ergebnisse ihres Betriebskonzeptes dem Eigentümer des Forstbetriebes (der Prüfungskommission) präsentieren.

Daran anschließend stellte die Prüfungskommission explizite Fragen zu den in den Konzepten angesprochenen Fachinhalten und
prüfte darüber hinaus auszugsweise Inhalte der in der Staatsprüfungsverordnung festgeschriebenen 5 Geschäftsbereiche.

Ergebnis: Weiße Fahne!

Zwei Forstwirtinnen und sieben Forstwirte wurden mit „befähigt“ beurteilt.

Resümee

Als Resümee der Prüfungsleistungen wird zusammengefasst, dass die Kandidaten/innen

  • vorbereitet waren,
  • den vorgegebenen Forstbetrieb strukturiert analysierten,
  • einige beim Vorschlag, wie der massive Altholzüberhang in überschaubarem Zeitraum abgebaut werden könnte, Probleme hatten,
  • den Jahresabschluss zufriedenstellend erstellten,
  • insgesamt praktikable Betriebskonzepte entwickelten,
  • mögliche Förderungen ansprachen,
  • den Bereich des Forstrechts sehr gut abdeckten, aber
  • im Bereich der möglichen Nebenbetriebe wenig Flexibilität bzw. Bereitschaft für neue Wege zeigten.
Veröffentlicht am 05.11.2020, Forstliche Legistik, Rechtspolitik und Berufsqualifikation (Abteilung III/2)