HBLA für Forstwirtschaft – Ausbildung zum/r Forstadjunkt/in

Die HBLA für Forstwirtschaft in Bruck/Mur ist bundesweit die einzige
berufsbildende höhere Schule zur Ausbildung von Forstpersonal
(Forstadjunkt/in, mit der Berechtigung zur Weiterbildung zum/r
 Förster/in).

Rechtsgrundlagen

Diese forstliche Schulausbildung ist im § 11 des land- und forstwirtschaftlichen
Bundesschulgesetzes, BGBl. Nr. 175/1966; der Lehrplan im BGBl.Nr. 331/2004
geregelt.

Zuständigkeiten

Das Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus (BMNT)
ist Schulerhalter und trägt somit die Hauptverantwortung für das
Bildungsangebot an den Höheren Schulen im Agrar- und Forstbereich.

Für schulrechtliche und pädagogische Angelegenheiten ist das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung (BMBWF)
zuständig, welches unter anderem für das Qualitätsmanagementsystem des österreichischen berufsbildenden Schulwesens (QIBB)
verantwortlich zeichnet.

Aufnahmevoraussetzungen

Die rechtlichen Grundlagen sind im land- und forstwirtschaftlichen Bundesschulgesetz und im Schulunterrichtsgesetz geregelt.

Die Zulassungserfordernisse sind

  • die körperliche und konditionelle Eignung für den Beruf,
  • das erfolgreich absolvierte 8. Schuljahr und
  • das positiv bestandene Aufnahmeverfahren.

Der Termin für die Anmeldung an der Schule ist jeweils der 2. Freitag nach den Semesterferien.

Ausbildungsformen

  • die fünfjährige (Regel)Ausbildung für Schüler/innen, die die Hauptschule oder Unterstufe eines Gymnasiums,
  • der dreijährige Aufbaulehrgang für Schüler/innen, die eine mindestens 3 Jahre dauernde land- und forstwirtschaftliche Fachschule

erfolgreich absolviert haben.

Beide Ausbildungsformen schließen mit der Reife- und Diplomprüfung ab.

Bildungsinhalte

Die Höhere Bundeslehranstalt für Forstwirtschaft in Bruck/Mur vermittelt eine

  • solide Allgemeinbildung (40 Prozent - Allgemeinbildende Gegenstände),
  • eine universelle Fachausbildung für die Waldbewirtschaftung (in Ökologie, Forsttechnik  und Wirtschaft),
  • verbunden mit praktischen Kenntnissen und Fertigkeiten,

Schulautonome Pflichtgegenstände und moderne Unterrichtsmethoden entwickeln und fördern:

  • die Persönlichkeitsbildung,
  • den Umgang mit Kommunikations- und Präsentationstechniken,
  • die Teamarbeit,
  • den selbständigen Wissenserwerb,
  • die Fremdsprachenkenntnisse,
  • die Entwicklung von Problemlösungsstrategien sowie
  • die Unternehmerkompetenz.

Praxis

Die Fachgegenstände werden durch den praktischen Unterricht in Labors, Werkstätten, in den zwei Lehr- und Versuchsforsten
(Gesamtgröße über 700 ha) und durch die betriebliche Pflichtpraxis im Ausmaß von insgesamt 18 Wochen ergänzt.

Weitere Schulische Aktivitäten

  • Projektstudien
  • Theaterfahrten
  • Kulturveranstaltungen im Haus
  • Sportwettkämpfe (Biathlon, Fußball, Handball, Volleyball, ...)
  • Fachexkursionen ins In- und Ausland
  • Lehrausgänge
  • Jagdkurse

Living together / Internat

An diesem Schulstandort stehen drei modern eingerichtete Internate mit 2-Bettzimmer samt eigener Nasszelle zur Verfügung,
welche auch vielen Schüler/innen, die einen abgelegenen Wohnort haben, erst eine höhere Schulbildung ermöglichen.

Unter der Aufsicht von ausgebildeten Sozialpädagogen/innen wird gemeinsam gelernt, das Zusammengehörigkeitsgefühl
sowie die Gemeinschaft an der Schule gefördert und in der Freizeit viele, abwechslungsreiche Aktivitäten angeboten.

Aktivitäten im Internat

  • individuelle Lernbetreuung
  • Internetzugang für Schülerinnen und Schüler
  • Sportaktivitäten (Fitnessraum, Turnsaal, Sportplatz, Sportwochen ..)
  • Freizeitaktivitäten (Tischtennis, Töpfern, Musikraum, Fernseh- und Videoraum, Fotolabor, Fotogruppe, Bastelraum …..)
  • Schülerbibliothek und
  • Luftgewehrschießstätte.

Absolventenverband

Die Interessen der Absolventen/innen der Forstschule Bruck/Mur werden durch den Absolventenverband
der Höheren Lehranstalten für Forstwirtschaft vertreten.

Berechtigungen nach der Reife- und Diplomprüfung

Mit der erfolgreich absolvierten Reife- und Diplomprüfung wird

  • die Studienberechtigung für Universitäten, Fachhochschulen und Akademien,
  • der Ersatz der Lehrzeit für Industriekaufmann,
  • der teilweise Ersatz der Lehrzeit für Bürokaufmann, Großhandelskaufmann, Landschaftsgärtner,
  • der Ersatz der Jägerprüfung,
  • der Ersatz der Forstfacharbeiterprüfung und der Meisterprüfung,
  • der Ersatz der Unternehmerprüfung und
  • das Zertifikat zum „zertifizierten Waldpädagogen“

erlangt.

Standesbezeichnung „Ingenieur“

Nach einer mindestens dreijährigen Berufspraxis kann um die Berechtigung zur Führung der Standesbezeichnung „Ingenieur“
beim zuständigen BMLFUW beantragt werden (Download).

Berufschancen

Mit der erfolgreich absolvierten Reife- und Diplomprüfung werden die Berufsbefähigungen eines/r Forstadjunkten/in, nämlich

  • bei der Bewirtschaftung der österreichischen Wälder als forstliches Fachpersonal eigenverantwortlich mitzuarbeiten,
  • die Aufsicht bei Bautätigkeiten von Forststraßen zu übernehmen

gemäß dem Forstgesetz erlangt.

Der/die Forstadjunkt/in findet darüber hinaus Berufschancen in

  • forstlichen Ziviltechniker- und technischen Büros,
  • Holzeinkauf und Holzhandel,
  • im kommunalen und regionalen Bereich als Verwalter, Organisator und Durchführende von forstwirtschaftlichen Aufgaben
    (Betreuung von Kleinwäldern, Mitarbeit in Waldwirtschaftsgemeinschaften, Bereitstellung erneuerbarer Energie, Baumpflege,
    Straßenerhaltung etc. ),
  • Fachberatung für Forstartikel,
  • Natur- und Umweltschutz, Nationalparks,
  • Landschaftsplanung und Landschaftspflege, Renaturierung,
  • Forstbaumschulen (Landesforstgärten, private Forstgärten),
  • Anstellung bei der Jägerschaft, wildökologische Projekte und
  • als EDV-Spezialist/in für Fachanwendungen (GIS, Softwareentwicklung und -anpassung).

Ausbildungsgang zum/r Förster/in

Nach einer 2-jährigen facheinschlägigen Tätigkeit als Forstadjunkt/in ist die Ablegung der Staatsprüfung für den Försterdienst möglich.

In dieser zweijährigen Berufstätigkeit werden die Forstadjunkten/innen an die zukünftige Betriebsleitung herangeführt.
Diese Entwicklung wird durch das Angebot von 6 Vorbereitungsmodulen, welche die Forstlichen Ausbildungsstätten des
Bundes in Ort/Gmunden und Ossiach anbieten, unterstützt.

Der/die Absolvent/in der Försterstaatsprüfung  führt den Berufstitels "Förster/in" und ist zur selbständigen Leitung eines Forstbetriebes
von 1000 bis 3600 ha gemäß dem Forstgesetz berechtigt.

Försterverband

Der Verband der Förster Österreichs

  • vertritt die Interessen der Forstadjunkten/innen und Förster/innen,
  • betreibt eine Jobbörse,
  • intensiviert Internationalen Kontakte zu ausländischen Försterverbänden,
  • fördert den Informationsaustausch und die Tätigkeiten der Mitglieder durch Herausgabe von Publikationen und
  • schafft gemeinnützige Einrichtungen (wie z.B. Bildungseinrichtungen, Kassen und Fonds).
Veröffentlicht am 10.01.2018, Waldpolitik, Waldökonomie und Waldinformation (Abteilung III/1)